„All Nations Cup“: Ein Märchen aus tausendundeiner Nacht

Von: Ute Steinbusch
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Edle Araberpferde in der Albert-Vahle-Halle: Am nächsten Wochenende findet wieder der „All Nations Cup“, eine Zuchtschau auf Weltniveau mit 272 Tieren aus 24 Nationen, in Aachen statt.

Aachen. Es ist nur ein kleiner Randaspekt bei einer Veranstaltung, die eher wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht daherkommt, aber dennoch bemerkenswert. Wenn vom 22. bis 25. September der „All Nations Cup“, die nach Angaben der Veranstalter bedeutendste Zuchtschau für arabische Pferde weltweit, in der Albert-Vahle-Halle in der Aachener Soers stattfinden wird, stiften zwei Gestüte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Preise, die unter anderem Aachener Wohltätigkeitsorganisationen zugutekommen.

So wird ein Auto im Wert von 24.500 Euro verlost, und der Erlös geht in Teilen an den Förderkreis Hilfe für krebskranke Kinder und eine Einrichtung für Blinde und Sehbehinderte in der Städteregion. „Wir empfinden das als große Geste unserer arabischen Freunde, gerade in der heutigen Zeit, sich für karitative Zwecke in unserer Gastgeberregion zu engagieren“, sagt Klaus Stöckle, Mitorganisator der Show und selber Araberzüchter aus dem Oberallgäu.

Der „All Nations Cup“ ist langjährig mit Aachen verbunden. Sein Augenmerk liegt auf den Tieren, die in einem orientalischen Lobgesang so beschrieben werden: „Der Ausdruck in ihren Augen gleicht der einer liebenden Frau, der Gang dem eines schönen Weibes. Ihre Brust ist wie die eines Löwen, ihre Flanke wie die einer Gazelle… Ihre Augenwimpern sind lang wie Gerstenähren und die Ohren wie die zweier Halbedelsteine eines Speerkopfes.“

Das arabische Pferd wird auf der ganzen Welt gezüchtet. So sind für den „All Nations Cup“ 272 Tiere aus 24 Nationen gemeldet. Zuchtschauen dieser Kategorie gibt es sonst nur in Las Vegas, Paris und Dubai, sowohl was das Rahmenprogramm angeht als auch die Qualität der Tiere. Den Besucher erwarten herrliche Stuten, Fohlen und Hengste, die mit speziellen Ölen geputzt wurden, um dem Fell einen beinahe außerirdischen Glanz zu verleihen, der Kopf ist außerdem oft mit Glitter geschmückt.

Von Donnerstag bis Samstag stehen Qualifikationen in diversen Klassen auf dem Programm. Nur die Tiere, die in den Qualifikationen erfolgreich sind, dürfen schließlich am Sonntag in den Finals starten. Zu den Finals wiederum zählen die Deutsche Meisterschaft, die Arabic Futurity, eine Art europäische Meisterschaft für Fohlen und Jährlinge, und der eigentliche All Nations Cup.

Diesen haben die Veranstalter in ein prächtiges Unterhaltungsprogramm eingebunden, die Eröffnungszeremonie wird von einer Lasershow begleitet.

„Wie im vergangenen Jahr können Zuschauer, die sich vorher registriert haben, über ‚voteandwin‘ abstimmen, wer die Siegerschleife angesteckt bekommen wird. Die Gewinnspielteilnehmer, deren Wertungsergebnisse für die drei erstplatzierten Pferde mit denen der neun eigens vereidigten Wertungsrichter übereinstimmen, können bei jedem der sieben Finals bis zu 2000 Euro gewinnen“, erklärt Klaus Stöckle ein Vorgehen, das sich im Vorjahr bereits bewährt hat.

Nach der Schlusszeremonie sind die Zuschauer eingeladen, in die Arena zu treten und im Sand unter ihren Füßen köstliche Getränke zu schlürfen. Wer dabei zufällig neben einem Prinz oder einem Scheich steht, sollte sich nicht wundern. Denn arabische Herrscherfamilien haben in den vergangenen Jahren eine Unmenge Geld in gute Zuchten investiert. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Sport sind geladen, ebenso wie Züchter und Experten auf Weltniveau, erklärt Stöckle.

Seinen Ursprung hat der All Nations Cup in den 70er Jahren, als die Engländerin Annette Hedley die Idee hatte, eine Veranstaltung für arabische Vollblüter über Europas Grenzen hinaus ins Leben zu rufen. Alle Nationen, die ein von der Weltorganisation für arabische Pferde anerkanntes Stutbuch führten, sollten dazu eingeladen werden. Der Nationenpreis für arabische Pferde war geboren.

Die ersten All-Nations-Cups fanden in England, Schweden und Spanien statt. 1984 wurde der 5. All-Nations-Cup erstmalig nach Deutschland vergeben. Seit 1993 und dem elften Cup findet er in der Albert-Vahle-Halle gleich neben dem CHIO-Gelände in Aachen statt.

Die Organisatoren mühen sich redlich, das lokale Publikum Jahr für Jahr mehr mit der Veranstaltung zu verbinden. Die diesjährige Charity-Aktion ist ein weiterer Baustein auf diesem Weg. Bei den Siegerehrungen am Sonntag werden auch zwei traditionsreiche Trophäen den Besitzer wechseln: der Wanderpokal für die All-Nations-Cup-Züchterwertung, auch genannt die „Major T.W.I. Hedley Memorial Trophy“.

Außerdem der eigentliche All Nations Cup, der ehrenhalber in „The Lady Harmsworth Blunt Memorial Trophy“ umbenannt wurde. Der All Nations Cup: eine Zuchtschau auf Weltniveau mit Herz für die Kaiserstädter.

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