Alemannia-„Fankrieg”: Aachener verprügeln Aachener

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
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alemannia fans
Alemannia-Fans im Stadion während des Spiels gegen Saarbrücken.

Aachen. Alemannia Aachen ist bundesweit in den Schlagzeilen. Allerdings völlig anders, als man es aktuell aufgrund des sportlichen Erfolgs und der neuen Euphorie erwarten könnte. Vielmehr rücken Chaoten den Klub einmal mehr in ein übles Licht.

Zum wiederholten Mal haben - und das sucht bundesweit seinesgleichen - Alemannia-Fans auf andere Alemannia-Fans eingeprügelt. Nach dem Spiel des Fußball-Drittligisten in Saarbrücken am Dienstagabend sind dabei laut Augenzeugen Mitglieder der politisch linksorientierten „Aachen Ultras” (ACU) abermals Opfer von Attacken der laut Polizei verstärkt von Rechtsradikalen und Hooligans beeinflussten „Karlsbande Ultras” geworden.

Während sich die Polizei noch zurückhält mit Schuldzuweisungen und Videoaufnahmen auswertet, berichten neutrale Augenzeugen von einer regelrechten „Hetzjagd” der „Karlsbande” auf die „Aachen Ultras”. Mit Fahnenstangen sei auf die Opfer eingeprügelt worden. Auch sei auf einen bereits am Boden liegenden Mann von mehr als zehn Personen brutal eingetreten worden.

Ein Fanbeauftragter warf sich schützend auf das wehrlose Opfer. Nachdem sich die ACU in ihren Bus geflüchtet hatte, versuchten die Angreifer noch diesen zu stürmen. Bei den Angriffen gab es mindestens zwei Verletzte.

Damit nicht genug: Gegen 22.30 Uhr randalierten rund 100 Chaoten - laut Polizei eindeutig der „Karlsbande” zuzuordnen - an einer Autobahnraststätte an der A1 und plünderten regelrecht den Shop der dortigen Tankstelle. Die Polizei leitete einen Großeinsatz ein. Laut Behördenangaben wurden Snacks gestohlen, Bierflaschen noch im Verkaufsraum geöffnet und ohne zu bezahlen mitgenommen.

Die Polizei ließ die Busse zunächst zwecks Deeskalation fahren, stoppte sie aber später an einem Parkplatz. Nun versucht man, die Täter zu ermitteln. Es drohen Strafanzeigen unter anderem wegen Diebstahls, möglicherweise gar wegen Raubes.

Hatte es vorher bereits massive Übergriffe gegeben (siehe Kasten), so spricht die Aachener Polizei jetzt von einer „neuen Dimension” und fordert von Alemannia konsequenteres Vorgehen. Man müsse gegenüber den Chaoten „eine klare Kante” zeigen.

Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer zeigte sich zutiefst frustriert. Man habe seit der Eskalation der Auseinandersetzung vor einigen Monaten unzählige Gespräche geführt und Stadionverbote ausgesprochen. Es nähere sich aber der Punkt, an dem „unser Kooperationswille schwindet”. Auch eine drastische Maßnahme wie ein Stadionverbot für eine ganze Gruppierung ist für Kraemer kein Tabu mehr.
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