Acht Poststellen ausgeraubt: Mutmaßliche Täter schweigen

Von: Wolfgang Schumacher
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Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Familienvätern schweren Raub und räuberische Erpressung in acht Fällen vor. Foto: Ralf Roeger
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Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Familienvätern schweren Raub und räuberische Erpressung in acht Fällen vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Haben die beiden Männer etliche Poststellen ausgeraubt? Die Angeklagten, Udo A. (50) aus Würselen und Hans Josef B. (51) aus Alsdorf, wollten sich am Mittwoch vor einer Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts nicht zu diesen schweren Vorwürfen äußern.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Familienvätern schweren Raub und räuberische Erpressung in acht Fällen vor. Die beiden Männer, die ihren beruflichen Werdegang beim Eschweiler Bergwerksverein begannen und heute Fernfahrer beziehungsweise Elektroniker sind, sollen Postagenturen vom Grenzgebiet bis nach Bonn überfallen haben.

Zwischen 2007 bis 2014, hieß es in der am Mittwoch vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Beneking verlesenen Anklageschrift, hätten die beiden ehemaligen Kumpel die Postagenturen mit angegliederter Postbank – und oftmals mit einer Lotto-Annahmestelle ausgestattet – überfallen und dabei Summen zwischen 2200 und 35.000 Euro erbeutet. Der Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 110.000 Euro.

Mit Pfefferspray eingeschüchtert

Es wird angenommen, dass die dreiste Raubserie am 1. Juni 2007 mittags um 12.45 Uhr begann. Das Ziel: eine Postagentur in Herzogenrath. Damals entwendeten die beiden Räuber ein schweres Honda-Motorrad, statteten die geklaute Maschine – eine Sportvariante mit einem 750er-Aggregat – mit gestohlenen Kennzeichen aus. Unter ihrem Vollvisierhelm sollen sie laut Anklageschrift bei der Tat dunkle Sturmhauben getragen haben. So sollen sie mit einer Waffe in der Hand in die Postagenturen gestürmt sein. Dort schüchterten sie das Personal mit Geschrei und Pfefferspray ein. Letzteres setzten sie demnach oftmals ohne Zögern ein.

Bei ihrem ersten Coup sollen die Angeklagten nur 6500 Euro erbeutet haben, im Mai 2008 waren es in Grevenbroich bereits 18.000 Euro. Im Juni 2008 sollen sie laut Staatsanwaltschaft früh morgens in Mönchengladbach 26.500 Euro geraubt haben. Die höchste Beute sollen sie im August 2013 in Übach-Palenberg gemacht haben, hier kassierten sie rund 35.000 Euro.

Der letzte Überfall in Bonn missriet, die Angestellten schrien so laut, dass die Täter ohne einen Cent auf der Honda flüchteten. Als Udo A. und Hans Josef B. im Juni 2015 eine Poststelle in Langerwehe ausbaldowerten, flog das Honda-Duo auf. Der Prozess wird am 7. März fortgesetzt.

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