Aachen - Abzocke im Internet wird immer dreister

Abzocke im Internet wird immer dreister

Von: Thomas Thelen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Masche der Internet-Abzocke ist keineswegs neu, aber nach wie vor sehr erfolgreich: Auf bestimmten Internetseiten werden Verbraucher zur Eingabe ihrer Adressdaten aufgefordert.

Anschließend flattern Briefe ins Haus, in denen behauptet wird, dass die Verbraucher einen Zweijahresvertrag eingegangen wären und im Gegenzug 96 Euro pro Jahr, also insgesamt 192 zahlen sollen. Durch Mahnungen und Drohungen, an denen auch Rechtsanwälte und Inkassobüros beteiligt sind, wird massiv Druck auf die Betroffenen ausgeübt.

Aktuell häufen sich in unserer Region die Fälle, in denen Verbraucher mit Geldforderungen der Firma Webtains GmbH aus dem thüringischen Eisenach konfrontiert werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät dringend von der Zahlung ab. „Hier werden die Verbraucher durch Mahnverfahren massiv unter Druck gesetzt”, erklärt Pressesprecherin Mechthild Winkelmann die miese Tour. „Mit jeder neuen Mahnung steigt der Betrag. Der Anbieter setzt darauf, dass die Verbraucher dem Druck irgendwann nicht mehr stand halten und zahlen, weil sie das Thema einfach vom Tisch und keinen juristischen Ärger haben wollen.”

In einem konkreten Fall hatte ein junger Mann aus Heinsberg den Online-Anbieter „routenplaner.de” nutzen wollen. Bevor das System seine gewünschte Fahrtstrecke berechnete, wurde der Mann aufgefordert, Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse anzugeben sowie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zuzustimmen. Das tat er auch, nichtsahnend, dass er damit einen Zweijahres-Vertrag mit der Webtains GmbH, die sich hinter „routenplaner.de” verbirgt, einging. Mit dem bekannten Ergebnis.

Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Anbieter verpflichtet sei, auf die Kosten und Zahlungsmodalitäten für die Nutzung eines Dienstes „deutlich sichtbar und auffallend genug” hinzuweisen. Dies gelte auch für die Möglichkeit eines Widerrufsrechts. „Das”, sagt Mechthild Winkelmann, „ist hier eindeutig nicht der Fall.” Die Preise seien im „Kleingedruckten” der AGB versteckt. Die Rechtsprechung sieht hier keine Zahlungspflicht für die Verbraucher.

Ärgerlich genug: Der junge Mann aus Heinsberg muss sich nun wohl oder übel mit dem Thema beschäftigen und dem Anbieter per Einschreiben mitteilen, dass er der Zahlungsaufforderung nicht nachkommen wird.
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