Abfallgebühren stagnieren auf hohem Niveau

Von: Jan Drebes und Thomas Reisener
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Aachen/Düsseldorf. Wer sein Haus renoviert oder das Dachgeschoss ausbaut, ist auf professionelle Entsorgung des Bauschutts angewiesen. In Teilen Nordrhein-Westfalens ist das aber nicht mehr ohne weiteres möglich, wie der Verband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) festgestellt hat.

Demnach würden vielerorts die Kapazitäten von Bauschutt-Deponien zur Neige gehen, heißt es beim BDE. „Besonders ernst ist die Lage in Ballungsräumen mit großer Bauaktivität wie etwa Köln oder Düsseldorf“, sagte BDE-Präsident Peter Kurth unserer Zeitung. Zumal derzeit viele ins Eigenheim investierten.

„In der Folge müssen viele Bauherren bereits längere Wege oder höhere Gebühren bei Deponien in Kauf nehmen“, sagte Kurth. So könnten die Preise für die Lagerung einer Tonne Schutt von den üblichen acht Euro auf bis zu 30 Euro steigen – für private Bauherren mit geringeren Abfallmengen verkraftbar, für gewerbliche Baustellenbetreiber ein Kostenrisiko.

Der BDE-Chef stützt seine Aussagen auf eine Analyse, die das Forschungsinstitut Prognos für das NRW-Umweltministerium erstellt hat. Darin heißt es: „Für NRW ist festzustellen, dass die vorhandenen DK I-Deponievolumina in circa fünf Jahren verfüllt sein werden.“ DK I steht für die Deponieklasse, unter die auch die Entsorgung von Bauschutt fällt.

In der Region Aachen ist die Situation noch entspannt. Nach Auskunft der AWA Entsorgung GmbH aus Eschweiler, die die Anlagen in Hürtgenwald-Horn und in Alsdorf-Warden betreibt, beträgt das jährliche Bauschutt-Aufkommen dort insgesamt 6000 bis 7000 Tonnen. Das liege im üblichen Rahmen. Bauschutt werde vielfach in Kiesgruben abgegeben, wo es zur Verfüllung benutzt werde.

Unterdessen zeichnet sich ab, dass es bei den allgemeinen Abfallgebühren keine Entspannung in NRW geben wird. Das legen neue Erhebungen des Bundes der Steuerzahler nahe, die der Verein in Kürze vorstellen wird. „Die Abfallgebühren stagnieren auf hohem Niveau, auf unnötig hohem Niveau“, sagte NRW-Chef Heinz Wirz. „Es ist üblich und gesetzlich zulässig, dass Entsorgungsdienstleister die Kosten für das Leeren von Papierkörben im öffentlichen Raum oder die Sanierung wilder Müllkippen auf die allgemeinen Müllgebühren umlegen“, sagte Wirz.

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