Aachen - Aachens Polizei extrem belastet

Aachens Polizei extrem belastet

Von: gego/wos/udo
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Berüchtigt: Beim Bandidos-Prozess sollen Polizisten Zusammenstöße verhindern: Foto: imago/biky

Aachen. Die Aachener Polizei kommt am Freitag an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Während vor dem Landgericht Aachen der Prozess gegen sieben Bandido-Rocker fortgesetzt wird, reisen zeitgleich die Problem-Fans von Dynamo Dresden zur Partie bei der Alemannia an.

Zudem soll eine rechtsgerichtete Band in der Städteregion Aachen auftreten, wie Wilhelm Jensch, Vorsitzender der Kreisgruppe Aachen der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagt.

Insgesamt sieht Jensch die Aachener Polizei mit ihren Kräften am Anschlag. „Die polizeiliche Grundversorgung ist gewährleistet, doch darüber hinaus ist es schwierig”, sagt der Gewerkschafter mit Blick auf eine „Arbeitsverdichtung nicht nur für die Beamten im Streifendienst, sondern auch für die Kriminalpolizei”. Der Aachener GdP-Chef lobt zwar die Landesregierung, dass am Montag 1400 Kommissaranwärter vereidigt worden sind und 2011 die Einstellungszahlen erhöht wurden. Zugleich erinnert er aber daran, dass wegen der Pensionierungen die Zahl der Einstellungen in den kommenden Jahren weiter steigen müsse.

Wie wenig Personal die Polizei bereits jetzt zur Verfügung habe, erläutert GdP-Landeschef Frank Richter exemplarisch an der Einsatzsituation der vergangenen beiden Wochenenden. „Wochenende für Wochenende sind in NRW nicht nur sämtliche 18 Einsatzhundertschaften im Dauereinsatz, sondern auch ein Großteil der von den Polizeiwachen gestellten Alarmzüge”, sagt Richter und kritisiert: „Allein am vergangenen Wochenende mussten zusätzlich zu den 18 Einsatzhundertschaften alle 18 Alarmzüge mobilisiert werden. Am Wochenende zuvor waren es 14 Alarmzüge. Regelmäßig stehen dadurch hundert Polizisten für die normale Arbeit nicht zur Verfügung.”

In Aachen zeigte die Staatsmacht bei jedem der bisherigen Prozesstage gegen die Mitglieder der Bandidos-Rockertruppe massiv Präsenz. Fast 100 Beamte unterstützten die Wachtmeister des Justizzentrums, um mögliche Zusammenstöße der Bandidos mit den verfeindeten Hells Angels von vornherein zu verhindern.

Gegen die Angeklagten im Alter zwischen 24 und 45 Jahren wird wegen des Vorwufs der räuberischen Erpressung verhandelt. Hintergrund sind laut Anklage Revierkämpfe der beiden Rockergruppen.
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