Aachens Lehrstuhl für Palliativmedizin wird neu besetzt

Von: Sabine Rother
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Verlässt die Uniklinik Aachen:
Verlässt die Uniklinik Aachen: Der Palliativmediziner Lukas Radbruch

Aachen. Als er 2003 den ersten Lehrstuhl für Palliativmedizin an der RWTH Aachen übernommen hat, hatte er sich gegen über 25 Kandidaten durchgesetzt. Jetzt hat Professor Lukas Radbruch (51) an der Bonner Universität den Lehrstuhl für Palliativmedizin übernommen, den die Deutsche Krebshilfe im Rahmen ihres Förderschwerpunkt-Programms „Palliativmedizin” unterstützt.

In Aachen leistete Radbruch seit 2003 Pionierarbeit in der Begleitung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen und setzte damit den Stifterwillen der Firma Grünenthal um, die mit einem Grundvermögen von 5,9 Millionen Euro für die Basis und den Fortbestand des Lehrstuhls gesorgt hat. Für rund 1,2 Millionen Euro wurde damals zudem eine spezielle Station im Universitätsklinikum ausgebaut.

„Wir schätzen Professor Radbruch als ausgezeichneten Wissenschaftler und Palliativmediziner. Er hat großartige Leistungen auf diesem Forschungsgebiet erbracht und wir haben die enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihm sehr geschätzt”, sagte Stefan Genten, Geschäftsführer der Grünenthal-Stiftung für Palliativmedizin. Das Berufungsverfahren für Radbruchs Nachfolge ist angelaufen. Als kommissarischer Direktor der Klinik für Palliativmedizin ist zurzeit deren Oberarzt Professor Frank Elsner im Einsatz.

Radbruch hat in Bonn studiert, an der Kölner Universitätsklinik leitete er vor der Berufung nach Aachen die Schmerzambulanz. Mit seinem Wechsel tritt er nun die Nachfolge von Professor Eberhard Klaschik an und wird zugleich als Chefarzt Leiter des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg. Hier freut man sich bereits auf die „wissenschaftlich hochrangige Persönlichkeit und einen absoluten Kenner seines Fachs”, sagte Walter Bors, Geschäftsführer des Krankenhauses. Dort ist auch die Akademie für Fort- und Weiterbildung im Bereich Palliativmedizin angesiedelt.

Radbruch ist Präsident der Europäischen Palliativgesellschaft und hat in dieser Funktion die Herausgabe einer Sammlung zu Standards und Normen in der Palliativversorgung ermöglicht. Die Vernetzung der Fachrichtungen zum Wohle der Menschen bleibt Radbruchs Ziel. „Damit wir in der Lage sind, dem Patienten offen in die Augen zu schauen und er sein Leben in Würde und mit der nötigen Autonomie beschließen kann”, betonte er schon bei seiner Antrittsvorlesung 2003. In diesem Sinne will man seine Arbeit in Aachen fortsetzen.

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