Aachen - Aachener Tierpark unterstützt Pinguin-Aufzuchtstation

Aachener Tierpark unterstützt Pinguin-Aufzuchtstation

Von: ek
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In Südafrika hat Wolfram Graf-Rudolf (links), Direktor des Aachener Tierparks, einen Pinguin in die Freiheit entlassen. Foto: Jaspers

Aachen. Die Zooexperten, die sich aus Anlass des 50. Geburtstags des Aachener Tierparks zum Verbandstreffen in Aachen versammeln, werden bei einem Besuch des Euregiozoos den Brillenpinguinen ganz besondere Aufmerksamkeit schenken. Dafür wird Wolfram Graf-Rudolf schon sorgen. Denn auch wenn dem Aachener Tierparkdirektor alle seine Tiere am Herzen liegen – „die Pinguine sind schon ein echtes Herzensprojekt“, sagt er.

Graf-Rudolf leitet in seinem Tierpark ein Arterhaltungszuchtprogramm für die Vögel. Die Naturanlage, in der die Pinguine leben, gehört seit 2001 zu den Attraktionen im Tierpark. „Ich glaube, die Pinguine sind so beliebt, weil sie etwas Menschliches haben“, sagt der Tierparkchef.

Weltenbummler könnten das Glück haben, die Tiere nicht nur im Gehege, sondern in freier Wildbahn zu beobachten. Denn Brillenpinguine sind die einzigen heute noch in freier Wildbahn lebenden Pinguine Afrikas. Eine große Population findet sich in Südafrika am Boulders Beach. „Noch“, sagt Graf-Rudolf. Denn der Lebensraum der Vögel schwindet immer stärker.

Damit sich die Tiere noch in vielen Jahren an dem Strandabschnitt tummeln, engagiert sich der Aachener Tierpark für die Tiere: Er setzt sich in einem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Kapstadt, den südafrikanischen Nationalparks und der internationalen Stiftung für den Erhalt der Seevögel für den Schutz der afrikanischen Pinguin-Kolonie am Boulders Beach ein.

Wolfram Graf-Rudolf war bereits zu Besuch am Burgher’s Walk, einem 16.300 Quadratmeter großen Küstenabschnitt. Er hat sich das Aufzuchtprojekt dort genau angeschaut. „Die Arterhaltung in freier Wildbahn ist so enorm wichtig: Denn wir können nicht in den Zoos wie wild die Tiere züchten und offenen Auges dabei zusehen, wie sie in ihrem natürlichen Lebensraum aussterben, weil dieser vom Menschen zerstört wird“, sagt der Tierparkdirektor. Für das Betreiben einer Aufzuchtstation wie am Boulders Beach wird Liebe, Geduld und Know-how benötigt, aber auch jede Menge Geld.

Dabei konnte der Aachener Tierpark den südafrikanischen Kooperationspartnern hilfreich unter die Arme greifen. Im vergangenen Jahr sind im Euregiozoo rund 20.000 Euro an Spenden für das Projekt zusammengekommen. Mit dem Geld wird der zerstörte Lebensraum der Tiere in Südafrika wieder aufgeforstet und Ranger ausgebildet. Der Erfolg gibt den Helfern Recht: „2014 gab es nur noch 80 Brillenpinguinpaare am Burgher’s Walk“, sagt Wolfram Graf-Rudolf.

„Inzwischen sind es wieder deutlich mehr geworden. Die Zahl der Brutpaare hat sich verzehnfacht.“ Ziel sei, die Tiere später wieder in die freie Natur zurückzuführen, sagt der Zoodirektor. Bei seinem Besuch am Boulders Beach durfte er selbst einen Pinguin aus der Aufzuchtstation in die Freiheit entlassen. Ein Erlebnis, das ihn zutiefst beeindruckt hat.

Auch in Aachen haben sich jüngst acht Pärchen gefunden, die inzwischen Nachwuchs bekommen haben: Zehn Jungtiere wurden geboren, erzählt Graf-Rudolf begeistert. Warum er sich gerade für die Brillenpinguine mit diesem besonderen Eifer einsetzt? „Ich bin der Überzeugung, dass ein Zoo dafür zu sorgen hat, dass der natürliche Lebensraum der Tiere erhalten bleibt“, erklärt der Tierparkchef. „Wegen unserer Größe müssen wir uns auf eine Tierart beschränken –und da der Pinguin Teil unseres Zoowappens ist, war es naheliegend, ihn auszuwählen.“

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