Aachener Straßenfestival: Eine Rennstrecke mitten in der Stadt

Von: gego
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Gisela Kohl-Vogel (li.), Bernd Blankenstein (2.v.l.) und Harald Schmidt (vorne rechts sitzend) vom Rotary-Club Aachen freuen sich mit Rennstreckenbauer Peter Wahl (2.v.r. stehend) und Aachens Kulturdezernentin Susanne Schwier (3.v.l.) aufs „Aachen Street Festival“ zwischen Super C und RWTH-Hauptgebäude. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn Peter Wahl über eines gerne spricht, dann über Rennstrecken, das ist seine Sache, deswegen stand er am Freitag vor dem Hauptgebäude der RWTH in der Aachener Innenstadt und hat mal gezeigt, wo genau die Rennstrecke verlaufen wird, die seine Firma geplant hat.

Die Firma, die er mit seinem Geschäftspartner Hermann Tilke zusammen betreibt, entwirft zum Beispiel Formel-1-Strecken wie die in Schanghai oder Sotschi, aber nicht nur, sie hat ja zum Beispiel auch die Rennstrecke vor dem Hauptgebäude der RWTH geplant. Start und Ziel liegen mitten auf dem Templergraben, der Slalomabschnitt neben dem Kármán-Auditorium, und die Driftzone ziemlich genau vor dem Hauptgebäude. Wahl sagte: „So eine Rennstrecke gehört genau hierhin.“

Natürlich wird der alte Kernbereich der RWTH in der Aachener Innenstadt nicht dauerhaft zur Rennstrecke, aber nächste Woche immerhin mal für zwei Tage, und jeder, der Lust und fünf Euro hat, darf an diesen beiden Tagen um die Tagessiege fahren. Die Firma Tilke baut die Strecke anlässlich des zweiten Straßenfestes des Aachener Rotary-Clubs auf, der das Fest „Aachen Street Festival“ nennt, und das kommende Woche Donnerstag und Freitag zwischen 11 und 22 Uhr am Templergraben stattfindet, vielleicht einen halben Kilometer westlich des Rathauses.

Wie immer, wenn die Rotarier Veranstaltungen dieser Art organisieren, geht es nicht um den Selbstzweck, sondern darum, denjenigen zu helfen, denen es gerade besser gehen könnte. Bernd Blankenstein kümmert sich bei den Aachener Rotariern um die sogenannten Gemeindienste, deswegen erklärte er am Freitag, dass das Geld, das mit den Fahrten auf der Rennstrecke eingenommen wird, in Sprachkurse für weibliche Flüchtlinge investiert werden soll. Außerdem soll der von den Rotariern aufgelegte Sozialfonds unterstützt werden, der jungen Flüchtlingen, die aus der Obhut des Jugendamtes entlassen werden, dabei hilft, einen guten Start in ein selbstbestimmtes Leben zu finden.

Blankenstein hofft, dass am Ende 10.000 Euro zusammenkommen, aber es wäre schön, wenn es deutlich mehr würde, und an dieser Stelle kommt wieder Rennstreckenbauer Peter Wahl ins Spiel. Mit der Rennstrecke ist es nämlich so: Wahl und Tilke haben einen sogenannten Schmetterlingskurs entworfen, auf dem zwei Fahrer gegeneinander antreten können. Gefahren wird nicht mit Rennautos, sondern mit elektrischen Karts, die man sich wie die alten Kettcars vorstellen muss, nur größer. Sie funktionieren wie E-Bikes, das heißt, der Fahrer muss treten, um voranzukommen, ein Elektromotor sorgt aber dafür, dass das Kart ein bisschen schneller fährt.

Auf dem 320 Meter langen Tilke-Kurs wird es nicht allein um Geschwindigkeit gehen, sondern auch um Geschicklichkeit, deswegen haben die Ingenieure eine kleine Slalomstrecke eingebaut, eine Wippe, und an einer Stelle muss man einen Ball vom fahrenden E-Kart aus in ein Gefäß werfen, ein bisschen wie beim Basketball. Und da ist dann noch die Sache mit der Driftzone genau vor dem Hauptgebäude: Die Rennstreckenbauer werden eine der Kurven mit Sand auslegen, und wer sich richtig in diese Kurve hineinbremst, der fährt nicht um die Kurve, sondern driftet durch sie hindurch. „Super, oder?“, sagte Wahl und lachte.

Um die Rennstrecke herum wird es 27 sogenannte Streetfood-Stände geben, an denen man sich gewissermaßen um den halben Planeten essen kann, wie Harald Schmidt vom Aachener Rotary-Club sagt. Deswegen ist das Street Festival auch eine Art Streetfood-Festival, für das allein sich auch längere Anreisen nach Aachen lohnen.

In einer früheren Version des Artikels stand, dass die e.Go Mobile AG aus der Streetscooter GmbH hervorgegangen sei. Diese Information ist falsch, deshalb haben wir diese Passage aus dem Artikel entfernt.

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