Aachener stellt Strafanzeige gegen Rapper Kay One

Von: Wolfgang Schumacher
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Kay One alias Kenneth Glöckler, Rapper aus Ravensburg meldete sich krank, statt im November in Würselen aufzutreten. Zu Unrecht? Foto: dpa

Aachen. Der Aachener Musikveranstalter Ferhat Ismail (29) ist stinksauer auf Kenneth Glöckler. Denn der Rapper Glöckler, eher bekannt unter seinem Künstlernamen Kay One, hat nach Angaben Ismails mit der Absage seines Konzerts in Würselen im November 2013 für einen Geschäftsverlust von etwa 25.000 Euro gesorgt.

Damit sei er pleite, erklärte Ismail. Pech gehabt, könnte man meinen.

Doch so einfach ist die Sache mit der plötzlichen Absage nicht. Glöckler (Debüt-Album „Kenneth Allein zu Haus“, erschienen beim Label des Rapper-Kollegen Bu­shido) arbeitet im Moment neben Dieter Bohlen und Marianne Rosenberg als Juror bei der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), und was jetzt passiert ist, dürfte seinem Image nicht gerade zuträglich sein. Denn Ferhat Ismail hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet und Strafanzeige wegen Betruges gegen Glöckler gestellt.

Der Grund: Glöckler habe das Konzert am 23. November 2013 im Würselener Royal Event Center (REC) einfach platzen lassen, weil er keine Lust hatte, behauptet Ismail. Dafür habe Glöckler sich „eine nicht korrekte Krankschreibung“ bei einem Arzt besorgt, erklärt Ismails Anwalt Rainer Dietz gegenüber unserer Zeitung. Nur einen Tag vor seinem Auftritt in Würselen hatte Glöckler kurz nach seiner Rückkehr von einer DSDS-Aufzeichnung auf Kuba in Facebook gepostet: „Yo meine Freunde liege leider flach. Die 10 Std im Flugzeug von Cuba nach Frankfurt... haben mir nicht gut getan.“

Die Krankmeldung wurde am 22. November bekannt, also nur einen Tag vor dem Auftritt, für den bereits mehr als 1000 Karten im Vorverkauf abgesetzt gewesen sein sollen, wie Ismail sagt. Die daraus resultierenden Gesamtverluste beziffert Ismail auf besagte 25.000 Euro, die durch die vermeintliche Krankheit und die Absage entstanden seien.

Doch die von einem Meppener Arzt am 22. November ausgestellte Krankschreibung machte Ismail und Anwalt Dietz stutzig. Denn auf dem Attest war nicht „Erstbescheinigung“, sondern das Kästchen „Folgebescheinigung“ angekreuzt. „Entweder war Glöckler schon vor der Kuba-Reise krank und hätte gar nicht dorthin fliegen dürfen. Oder es handelt sich um eine Gefälligkeitsbescheinigung“, sagt Anwalt Dietz.

Glöcklers Manager weist die Vorwürfe auf Anfrage unserer Zeitung zurück. „Wir haben vertraglich das Recht, bei einer Krankheit des Künstlers abzusagen. Und unser Mann hatte an diesem Wochenende vier Konzerte in der Region zwischen Aachen, Köln und Heinsberg“, erklärt Glöcklers Manager Onofrio Fiore. Die habe Glöckler alle absagen müssen, und das mache er nicht einfach so. Außerdem habe der eigentlich befreundete Ferhat Ismail genaue Bühnenanweisungen und andere Vertragspunkte nicht eingehalten. Trotzdem habe Glöckler das Wiederholungskonzert im Januar gegeben.

Diese Vorwürfe will Veranstalter Ismail nicht auf sich sitzen lassen. Denn Glöckler habe an dem Wiederholungsabend das in der Tat festgelegte Glasverbot unnötig lange aufrechterhalten, so dass neben den Eintrittsverlusten auch erhebliche Umsatzverluste eingetreten seien. Auf dem Glasverbot habe er bestanden, sagt Anwalt Dietz, weil der mit Bushido über Kreuz liegende Glöckler Flaschenwürfe von Bushido-Anhängern befürchtet habe.

So oder so: Die Absage habe Ismail im November nur per Facebook erreicht, er sei auf den vollen Kosten sitzengeblieben. Denn das für die Veranstaltung bestellte Personal habe bezahlt werden müssen, ebenso wie die übrigen Musiker, die am 23. November schließlich ohne Glöckler auftraten. Die Eintrittskarten hätten ihre Gültigkeit für das Ersatzkonzert behalten, das im Januar 2014 stattfand. An diesem Abend jedoch hätten nur noch 750 Menschen Kay One sehen wollen – statt der mehr als 1000, die für das November-Konzert Karten gekauft hatten.

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