Aachen/Bonn - Aachener Professor schwer gerügt

Aachener Professor schwer gerügt

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:
RWTH Gebäude
Der Aachener Friedenspreis hat die beiden Aachener Hochschulen RWTH und FH aufgefordert, sich deutlich gegen jede militärische Forschung auszusprechen. Foto: dpa

Aachen/Bonn. Ein mittlerweile ehemaliger Professor der RWTH Aachen ist wegen „wissenschaftlichen Fehlverhaltens” von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gerügt und wahrscheinlich für fünf Jahre von einer Forschungsförderung ausgeschlossen worden.

Ende vergangener Woche hatte die DFG offiziell mitgeteilt, dass vier Wissenschaftler jetzt Rügen wegen falscher Angaben bei zum Teil länger zurückliegenden Anträgen auf Fördergelder erteilt worden sind. Nur ein Fall wird namentlich genannt, weil er längst öffentlich war, der des Bonner Universitätsmediziners Armin Heils. Ihm war 2007 nachgewiesen worden, dass seine vielbeachtete Epilepsie-Studie aus dem Jahr 2003 „auf unrichtigen Daten beruhte”.

Zusätzlich zur Rüge verliert Heils für drei Jahre die Berechtigung, bei der DFG Förderanträge zu stellen.

Um gefälschte Forschungsdaten geht es auch in dem Fall, der wahrscheinlich die RWTH betrifft. Dabei ließen sich, so die Mitteilung der DFG, „erfundene Daten in einem bereits zum Druck angenommenen Manuskript einer DFG-geförderten Publikation auf den geförderten Mitautor zurückführen”. Die DFG schloss ihn für fünf Jahre von der Antragsberechtigung aus. Hier komme „erschwerend hinzu, dass ein Wissenschaftler trotz seiner langjährigen Tätigkeit und Erfahrung in Wissenschaft und Forschung seiner Vorbildfunktion nicht entsprochen habe”.

„Aus Datenschutzgründen” bestätigen weder die DFG noch die RWTH den Fall konkret. Nach einer entsprechenden Anfrage dieser Zeitung bittet die Pressestelle der RWTH „um Verständnis, wenn wir Ihre Frage nicht beantworten”. Recherchen ergaben aber, dass in dem die RWTH betreffenden Fall nicht lediglich eine Rüge ausgesprochen wurde - woraus sich schließen lässt, dass nur dieser Fall übrig bleibt. In beiden restlichen blieb es nämlich bei der Rüge. Der betreffende Professor, so viel steht fest, gehört der RWTH, inzwischen nicht mehr an.

Die Angelegenheit ist für die Hochschule auch deshalb unangenehm, weil die TH die am höchsten von der DFG geförderte Universität ist. Allein im vergangenen Jahr bekam sie mehr als 88 Millionen Euro an DFG-Mitteln und damit aus Steuergeldern.

Aachen erhält die meisten Mittel von der DFG

Die RWTH gehört stets zu den am höchsten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten deutschen Universitäten. Im vergangenen Jahr lag sie im auf jeweils drei Jahre erstellten Ranking an erster Stelle. 2009 erhielt die Hochschule 88,4 Millionen Euro aus DFG-Mitteln, was gegenüber dem Vorjahr - mit 66,4 Millionen Euro - eine enorme Steigerung darstellte. Das Gesamtfördervolumen der DFG beträgt pro Jahr gut zwei Milliarden Euro.
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