Aachen/Düsseldorf - Aachener Polizei erwartet Rekord bei Einbrüchen

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Aachener Polizei erwartet Rekord bei Einbrüchen

Von: Robert Esser, Udo Kals und Lukas Weinberger
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Einbruch
Symbolbild eines Einbruchs: In NRW wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 30.500 Einbrüche registriert, vier Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Foto: dpa

Aachen/Düsseldorf. Ein nacktes Pärchen räkelt sich im Schaumbad, nebenan räumt ein Einbrecher unbemerkt die Wohnung aus. Mit solchen Filmsequenzen will die Polizei in den Kino-Foyers der Region angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen für mehr Wachsamkeit sorgen.

 In NRW wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 30.500 Einbrüche registriert, vier Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Nach seinem schlagzeilenträchtigen Blitzmarathon hat NRW-Innenminister Ralf Jäger am Montag die nächste landesweite Polizeikampagne unter dem Motto „Riegel vor! Sicher ist sicherer“ gestartet.

Dabei zählt Aachen zu den Einbruchshochburgen Deutschlands. Derzeit verzeichnet die Polizei in der Städteregion Aachen rund 100 Wohnungseinbrüche pro Woche. Die Spurensicherung komme kaum noch nach, erklärte Aachens Polizeipräsident Klaus Oelze. Noch nicht einmal jeder achte Täter wird geschnappt. Vielfach gingen südosteuropäische Banden systematisch auf Beutezug - wobei es ihnen oft zu einfach gemacht werde. Weil bis zu 70 Prozent der Wohnungen binnen Sekunden geknackt werden können, wie die Aachener Polizei erklärte.

Für 2013 erwartet Oelze deswegen die höchsten Einbruchsquoten seit vielen Jahren. Er appellierte an die Bürger, Beratungsangebote der Polizei wahrzunehmen und die eigene Nachbarschaft noch aufmerksamer zu beobachten. „Melden Sie Verdächtiges sofort unter dem Notruf 110“, sagte er.

Neben Prävention setzt der Polizeichef auf „massive Präsenz“ der Beamten auf der Straße, die Sonderermittlungskommission „Flex“ und den Abgleich von Spuren- und Täterdaten. Nachdem datenschutzrechtliche Hürden jetzt endlich aus dem Weg geräumt seien, laufe dieser Informationsabgleich künftig nicht nur landesweit, sondern erstmals grenzüberschreitend. „Davon versprechen wir uns Fahndungserfolge“, sagte Oelze.

Indes spiegelt sich der Negativtrend überall in der Region wider: In der Städteregion Aachen stieg die Zahl der Einbrüche um 12,9 Prozent, 1083 Fälle im ersten Halbjahr 2013 stehen 959 Fällen im Vergleichszeitraum des Vorjahres gegenüber. Der Kreis Düren verzeichnet gleichzeitig 464 Fälle. Damit schlugen die Einbrecher dort 52 Mal öfter zu als zwischen Januar und Juni 2012 (12,6 Prozent). 432 Einbrüche im Heinsberger Raum gab es im ersten Halbjahr 2012, im ersten Halbjahr 2013 waren es hier mit 445 Einbrüchen „nur“ drei Prozent mehr. Mit 6,97 beziehungsweise 7,31 Prozent liefern die Kreise Heinsberg und Düren im NRW-Vergleich zwei der schlechtesten Aufklärungsquoten. Aachen liegt mit 12,19 Prozent im NRW-Mittelfeld, aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Auf ein geteiltes Echo stößt die Aktion bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Natürlich sind Aktionen gegen Wohnungseinbrüche gut. Doch man muss doch nicht aus jeder sinnvollen Maßnahme, die sowieso schon gut läuft, so eine große landesweite Nummer machen. Das ist nur gut fürs Schaufenster“, sagte der Chef der GdP in NRW, Arnold Plickert, im Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung mit Blick auf die zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktionen von Minister Jäger in den vergangenen Monaten.

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