Aachener Kreuz: Autobahnbauer reagieren auf Stau-Kritik

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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An diesem Wochenende wird auf der A44 die Fahrbahndecke der süd-östlichen Brücke erneuert. Foto: Straßen.NRW

Aachen. Die Macher des Autobahnkreuz-Umbaus wollen in Kürze zwei Probleme am Aachener Kreuz lösen: Wegen einer in den Osterferien neu eingerichteten Baustelle staut sich der Verkehr derzeit regelmäßig. Nach Kritik von Autofahrern soll der Verkehr dort so schnell wie möglich anders geführt werden.

Und auf einer erst vor fünf Jahren neu gebauten Brücke häufen sich die Unfälle, weil die Fahrbahnoberfläche nicht mehr genug Griff hat.

Es handelt sich um die Brücke, die die Autofahrer seit Anfang 2012 aus Richtung Belgien (A44) in Richtung Niederlande und Aachen (A4/A544) führt. „Die Deckschicht weist eine zu starke Glätte auf“, sagt Ernst Gombert, verantwortlicher Projektleiter beim Landesbetrieb Straßenbau.

An diesem Wochenende nun wird eine Baustelle eingerichtet, um die alte Deckschicht ab- und eine neue aufzutragen. Aus diesem Grund wird die Brücke in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab Mitternacht bis Sonntagabend, 20 Uhr, gesperrt. Der Verkehr wird in dieser Zeit über die Abfahrt Broichweiden umgeleitet.

Aufgefallen ist das Problem der Autobahnpolizei. Sie führt Statistiken über Unfallorte. Im vorigen Jahr, sagt Gombert, sei aufgefallen, dass auffällig viele Fahrer auf der Brücke in der steilen Kurve von der Fahrbahn abkommen und die Leitplanken touchieren. „Keine schweren Unfälle“, sagt Klaus Erdorf, Bauüberwacher am Autobahnkreuz, „immer nur Blechschäden“.

Die Autobahnpolizei bat den Landesbetrieb Straßenbau dann im vorigen Herbst, die Griffigkeit zu messen. Ergebnis: noch nicht im roten Bereich, aber grenzwertig. Als Sofortmaßnahme wurde die Tempobeschränkung von 60 Stundenkilometern auf 40 reduziert. Nun wird am Wochenende die Deckschicht für 25000 Euro erneuert.

An der neuen Baustellen-Verkehrsführung im Autobahnkreuz arbeiten Gombert und Erdorf derzeit fieberhaft. Eingerichtet wurde die einspurige Verkehrsführung wegen des sechsspurigen Ausbaus der A44 nördlich des Autobahnkreuzes. Dafür wird der Verkehr seit den Osterferien in beiden Richtungen über die Westseite der zentralen Brücke geführt. Zunächst lief alles glatt.

Seit die Osterferien vorbei sind, staut sich der Verkehr aus Richtung Düsseldorf auf der A44 und bis auf die A4 aus Köln. Grund ist ein Einfädelproblem. Das haben die Fahrer, die aus Richtung Köln von der A4 auf die A44 Richtung Belgien wechseln wollen. Denn die Fahrer, die schon auf der A44 Richtung Belgien unterwegs sind, können ihnen keinen Platz machen und auf die linke Spur ausweichen, weil dort bis Anfang 2018 der Gegenverkehr in Richtung Düsseldorf fahren muss.

Das soll nun geändert werden. Der Verkehr Richtung Düsseldorf soll so schnell wie möglich erst später auf die Westseite der Brücke verschwenkt werden. Damit wird denen, die schon Richtung Belgien unterwegs sind, früher die Möglichkeit eröffnet, nach links zu fahren und denen, die auffahren wollen, Platz zu machen.

Der Aachener Diplom-Ingenieur Michael Bahn hatte den Straßenbauern schon vor zwei Wochen genau diese Lösung vorgeschlagen. Er befürchtete in seiner Mail „über Monate hinweg erhebliche Probleme sowie eine signifikante Gefährdung der Verkehrsteilnehmer“. Gombert und Erdorf sind dankbar für solche Anregungen. „Wir sind gegenüber jeder Kritik immer offen. Auch wir machen Fehler“, sagt Gombert.

Da es nicht nur eine Beschwerde gab, hätten sie sich die Situation vor Ort angeschaut und beraten, was möglich sei. Denn nicht alles, was möglich erscheine, sei auch realisierbar. „Überfahrten über den Mittelstreifen auf die Gegenfahrbahn werden beim Autobahnbau gleich mitgeplant und festgelegt“, sagt Erdorf.

Auf der A44 aus Belgien Richtung Kreuz ist diese Mittelüberfahrt genau dort vorgesehen, wo sie aktuell noch ist: weit vor dem Kreuz. Deswegen ist sie auch bei dieser Baustelle gewählt worden. Ein Problem, wie es sich nun ergibt, habe niemand vorausgesehen, sagen die Autobahnbauer.

Die Variante der viel späteren Überfahrt auf die Gegenseite können sie deswegen wählen, weil es derzeit nur eine Spur Richtung Düsseldorf gibt. „Hätten wir zwei Spuren verschwenken müssen, geht das an dieser Stelle nicht“, sagt Erdorf. Die neue Verkehrsführung wird gerade mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Im Laufe der nächsten Woche soll sie eingerichtet werden.

So stellt sich das Verkehrsgeschehen in der Region derzeit dar:

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