Aachener Know-how unterwegs ins All

Von: dapd
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Endeavour
Startklar: die Crew der Endeavour. Foto: dpa

Cape Canaveral/Aachen. Mit einem perfekten Start wenn auch nur im zweiten Anlauf hat die US-Raumfähre „Endeavour” am Montag ihre 25. und letzte Reise ins All angetreten. Pünktlich um 14.56 Uhr deutscher Zeit hob der Shuttle vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab.

Ein erster Startversuch musste am 29. April wegen eines technischen Problems abgebrochen werden. Der 16-Tage-Flug der „Endeavour” ist zugleich der vorletzte eines Shuttles überhaupt.

Zehntausende Schaulustige entlang der „Space Coast” erlebten, wie sich die „Endeavour” von der Startrampe 39A mit gewaltigem Donner in den Himmel von Florida bohrte und mit einer langen weißen Abgasschleppe über dem Atlantik Richtung Internationale Raumstation ISS entschwand.

AMS-02 sucht von der ISS aus nach Antimaterie im Universum


Das Alpha-Magnet-Spektrometer AMS-02 an Bord der Raumfähre soll über mehrere Jahre die Zusammensetzung der kosmischen Höhenstrahlung mit bisher unerreichter Präzision vermessen. Im Vordergrund steht dabei die Suche nach Antimaterie, wie sie bei kosmologischen Modellen als Relikt aus dem Urknall erwartet wird. Außerdem sollen Fragen nach der Natur der dunklen Materie beantwortet werden. Wissenschaftler aus Aachen und Karlsruhe betreuen das Experiment federführend für Deutschland.

Der vier Meter hohe, knapp 7.000 Kilogramm schwere und 1,5 Milliarden Euro teure Detektor wurde von 56 Forschungsinstituten aus 16 Ländern in enger Zusammenarbeit mit der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA gebaut. Wesentliche Komponenten kommen von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Forschungsarbeiten wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.

Äquivalent zu „Hubble”

AMS-02 ist für die kosmische Strahlung so etwas wie das „Hubble”-Weltraumteleskop für die sichtbare Komponente des Universums. Damit erhofft sich die Wissenschaft eine Antwort auf die Frage, ob es auch Galaxien aus Antimaterie im Universum gibt. Diese kann nur außerhalb der Erdatmosphäre nachgewiesen werden.

„Wenn man auch nur einen Antiheliumkern mit dem AMS-Detektor nachweisen würde, wäre dies ein starkes Indiz, dass es Galaxien aus Antimaterie gibt, die durch eine räumliche Trennung von Galaxien aus Materie vor der Vernichtung geschützt wurden”, sagte der Leiter der AMS-Gruppe, Wim de Boer, der am KIT Kosmologie und Teilchenphysik lehrt.

Eine zusätzliche Quelle für Antimaterie könnte die Vernichtung der dunklen Materieteilchen sein, wenn sie aufeinanderprallen, fügte er hinzu. Mit dem hochempfindlichen Teilchenspektrometer könne man auf der ISS nicht nur jedes einzelne Teilchen oder Antiteilchen via Masse und Ladung identifizieren, sondern auch mit hoher Genauigkeit die Energiespektren vermessen.
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