Aachener Friedenspreis unterstützt Aufruf gegen Computergewalt

Von: epd
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Aachen. Der Trägerverein des Aachener Friedenspreises unterstützt den „Kölner Aufruf gegen Computergewalt”, den prominente Schriftsteller, Musiker, Friedensaktivisten, Lehrer und Eltern gestartet haben.

Zu den Unterzeichnern gehöre auch der Friedenspreis-Vorsitzende Otmar Steinbicker, teilte der Verein am Mittwoch in Aachen mit. In dem Aufruf fordern über 1500 Unterzeichner, das die Herstellung und Verbreitung von kriegsverherrlichenden und gewaltfördernden Computerspielen verboten wird.

Zu den weiteren Unterzeichner zählen die Jugendautorinnen Kirsten Boie und Gudrun Pausewang, die Liedermacher Reinhard Mey und Konstantin Wecker sowie der Kriminologe Christian Pfeiffer und der Theologe Fulbert Steffensky.

Initiiert wurde der Aufruf von der Kölner Professorin Maria Mies. In ihrem Schreiben äußern die Verfasser scharfe Kritik an Computerindustrie, Wissenschaft und Politik. Mit einem weltweiten Jahresumsatz von 30 Milliarden Euro profitiere die Computerspielbranche von gewaltsamen PC-Spielen.

Mit einem Teil der Gewinne unterstütze die Branche die Forschung, die Kritik an Computerspielen daher als „unwissenschaftlich” diffamiere, heißt es weiter.

Auch die Politik mache sich zum Handlanger der Computerindustrie, wenn sie Computerspiele zum Kulturgut erklären wolle, wie derzeitige Beschlussanträge im Bundestag nahe legten. „Die inflationäre Verbreitung der Spiele ist politisch gewollt und wird von Wissenschaft und Medien bereitwillig vorangetrieben”, kritisieren die Autoren des Kölner Aufrufs.

Die Unterzeichner fordern Politiker, Wissenschaftler und Medienvertreter auf, „ihrem Auftrag, dem Frieden zu dienen, gerecht zu werden”.

Die Hersteller von PC-Spielen dürften keine staatliche Förderung und politische Unterstützung mehr erhalten. Wissenschaftler müssten ihre Finanzierung durch die „Games-Industrie” offenlegen. Alle Parteien sollten zudem ihre Beschlussanträge zurückziehen, die Computerspiele zum Kulturgut erklären wollten, fordern die Unterstützer des Aufrufs.

Es sei längst wissenschaftlich nachgewiesen, dass Mediengewalt und vor allem Killerspiele verheerende Wirkungen auf Kinder und Jugendliche hätten.

Über 3500 empirische Untersuchungen belegten den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Mediengewalt und gesteigerter Aggressivität, heißt es in dem Appell.
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