Aachen - Aachener Dom: 40 Jahre Weltkulturerbe

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Aachener Dom: 40 Jahre Weltkulturerbe

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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Seit 40 Jahre Weltkulturerbe: 1978 setzte die Unesco den Aachener Dom als erstes deutsches Bauwerk auf ihre Liste. Das wird vom 23. bis 30. September 2018 groß gefeiert. In dieser Zeit wird auch die sonst nur bei Führungen zugängliche Chorhalle geöffnet sein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn bei der heute startenden Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin jemand fragt: „Was geht 2018 ab?“, weiß Matthias Glotz, Vorstandsvorsitzender bei „aachen tourist service“ eine gute Antwort: Aachen und sein Dom. Denn 2018 gibt es ein Jubiläum mit Strahlkraft.

Vor genau 40 Jahren, am 31. März 1978, hat die Unesco den Aachener Dom als erstes Bauwerk in Deutschland auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Eine Bronzetafel im Domhof erinnert daran. Aber das soll nicht alles sein.

Mit einer großen Festwoche vom 23. bis 30. September 2018 feiern Domkapitel und Stadt die runde Zahl mit ihren Gästen – religiös, kulturell, musikalisch – auf jeden Fall fantasievoll, wie Dompropst Manfred von Holtum und Oberbürgermeister Marcel Philipp gemeinsam versprechen. Unter dem Motto „Aachener Dom – Erbe für die Welt“ ist ein Programm in Planung, das in seinen Facetten zwar noch ausgestaltet werden muss, aber in Grundzügen „steht“.

Eine biblische Zahl

„Die 40 ist eine biblische Zahl“, liefert der Dompropst zusätzlich den geistlichen Hintergrund: 40 Jahre lang musste Moses mit dem Volk Israel durch die Wüste wandern, ab Aschermittwoch dauert die Fastenzeit bis Ostern 40 Tage, und 40 Tage lang soll Jesus in der Wüste gefastet haben, um sich auf seine Bestimmung vorzubereiten.

Die Beteiligung der Stadt am Unesco-Jubiläum ist gleichfalls historisch untermauert. „Es gibt das Konkustodienrecht. Stadt Aachen und Domkapitel teilen sich schließlich die Sorge für die Domheiligtümer“, erklärt der Dompropst mit Blick auf das Stadtoberhaupt.

Nach Jerusalem, Rom und Santigo de Compostela stand Aachen einst an vierter Stelle der wichtigsten Pilgerziele. Beim Fest sollen nun Karl der Große und seine Kirche, 1200 Jahre Baugeschichte und nicht zuletzt das Rettungswerk der letzten Jahrzehnte thematisiert werden. „Allein in den letzten 30 Jahren sind wir mit der Erhaltung des Doms eindrucksvoll weitergekommen“, betont von Holtum. Ein wissenschaftliches Symposium ist dazu vorgesehen.

Und gepilgert wird auch 2018. Rund 1600 Kinder im Vorschulalter unternehmen eine Kinderwallfahrt, Biker werden sich treffen, und es gibt Einladungen an die Pilger aus der gesamten Euregio und den Nachbarbistümern.

Als „Alleinstellungsmerkmal, das niemand mehr wegdiskutieren kann“, sieht Marcel Philipp den vor 40 Jahren erteilten Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ für den Dom. „Er ist das Wahrzeichen für die Stadt Aachen, er hat sie in ihrer Entwicklung geprägt.“ So werden gleichfalls Einrichtungen der Stadt an der Gestaltung beteiligt sein – etwa Theater und Sinfonieorchester. Was jetzt bereits feststeht, ist ein während der Festwoche komplett geöffneter Dom.

Das bedeutet: die neugestaltete Chorhalle, Kapellen und ganz besonders der Karlsthron, die man normalerweise nur im Rahmen einer Führung besuchen kann, sind frei zugänglich. Unter dem Motto „Dom im Licht“ wird im Inneren – so hofft der Dompropst – das neue Beleuchtungssystem aktiviert. Vom Katschhof aus sollen das Bauwerk und seine 1200 Jahre Bauentwicklung – vergleichbar mit der Future-Lab-Aktion 2016 am Rathaus – dem Publikum in einer Computersimulation erscheinen. Wie das gelingen kann, wird noch mit dem Kooperationspartner RWTH überlegt.

Stichwort Gnadenbild: Über 36 Kleider – jeweils passend für Mutter und Jesusknaben – ruhen in den Schubladen der Domschatzkammer. Die kostbaren Stiftungen will Birgitta Falk, Leiterin der Domschatzkammer, in einer besonderen Ausstellung zeigen. Einbezogen wird das neue Diözesan- und Domarchiv in der ehemaligen Aachener Kirche St. Paul

Der „klingende Dom“ ist ein weiterer Schwerpunkt. „Musik war für Karl den Großen ein wichtiger Bereich, Aachen ein Zentrum der mittelalterlichen Musikentwicklung“, erklärt Domkapellmeister Berthold Botzet, der den Gregorianischen Choral als „roten Faden“ im Musikprogramm sieht, bereits eine Krönungsmusik aus dem 15. Jahrhundert herausgesucht hat und eine Stern-Sing-Wallfahrt plant.

Dabei möchte er möglichst viele Chöre des Bistums auf dem Katschhof zu einem großen Gesang vereinen. Die vormals geplante Bühne wird es dort allerdings nicht geben. „Aus Kostengründen“, erklärt von Holtum. „So ein Ort muss bespielt werden, aber das können wir uns nicht leisten.“

Den vorläufigen Flyer zum Jubiläum – goldene Schrift auf dunkelgrauem (von Holtum nennt es „Dom-Grau“) Untergrund, nehmen Marcel Philipp und Matthias Glotz mit nach Berlin. Warum so früh? „Die Veranstalter müssen jetzt planen“, erklärt er. „Aachen hat da beste Chancen, denn es gibt in Deutschland keine Stadt, bei der die Historie so weit zurückliegt. Ein guter Reiseanlass, selbst für das ferne Ausland.“

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