Aachener Campus: Investor in finanziellen Nöten

Von: Marlon Gego und Thorsten Karbach
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Der Investor, der das Gebäude für das Cluster Produktionstechnologie bauen sollte, ist in finanziellen Nöten. Archivbild

Aachen/Düsseldorf. Das zentrale Bauvorhaben auf dem Campus der RWTH Aachen muss auf im Moment nicht absehbare Zeit verschoben werden, das 50 Millionen Euro teure Projekt liegt auf Eis. Die RWTH-eigene Campus-GmbH bestätigte am Mittwoch entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Das Problem liegt allerdings nicht bei der RWTH, sondern bei dem Investor, der das Gebäude für das Cluster Produktionstechnologie bauen sollte: Robertino Wild. Der Düsseldorfer Unternehmer hatte es im Frühjahr zu bundesweiter Bekanntheit gebracht, nachdem bekannt geworden war, dass er den Nürburgring in der Eifel für 77 Millionen Euro kaufen wollte.

Doch Wild ist offenbar in finanziellen Nöten: Ende Juli konnte er die zweite Rate für den Nürburgring nicht bezahlen, fünf Millionen Euro. Er hat bis Freitag Zeit, die Rate zuzüglich acht Prozent Zinsen zu bezahlen. Gelingt dies nicht, wird die Nürburgring-GmbH den Vertrag mit Wild aller Wahrscheinlichkeit nach auflösen. Wild müsste nach Recherchen unserer Zeitung 25 Millionen Euro Vertragsstrafe zahlen.

Als Sicherheit für den Kauf des Nürburgrings hatte Wild unter anderem ein Unternehmen seiner Capricorn-Gruppe verpfändet, das das 50-Millionen-Euro-Gebäude auf dem Aachener Campus bauen sollte. Doch weil Wild vertragliche Pflichten nicht erfüllte, kündigte die RWTH-Campus-GmbH Ende September den Baukonzessionsvertrag. Allerdings räumte die Campus-GmbH Wild eine Frist bis Freitag ein, um seine vertraglichen Pflichten doch noch zu erfüllen.

Baubeginn für das sechsgeschossige Gebäude auf dem Campus Melaten war ursprünglich der 10. Februar 2014, es sollte bis Ende dieses Jahres fertig werden. Gemeinsam mit Forschern der RWTH sollten dort Angestellte von BMW, Audi, Daimler-Benz und Siemens arbeiten, insgesamt 800 Menschen. Doch dazu wird es in absehbarer Zeit wohl nicht kommen.

Der Geschäftsführer der RWTH-Campus-GmbH, Klaus Feuerborn, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Bauprojekt neu ausgeschrieben werden müsse, wenn Wild nicht bis Freitag alle Forderungen erfüllt hat. Dass ihm dies gelingt, glaubt aber kaum noch jemand: weder in Aachen, noch am Nürburgring.

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