Aachen: Vier Festnahmen nach Raubserie

Von: Stephan Mohne
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Raubüberfall Symbolbild
Die Polizei hat Jugendliche in Verdacht und hofft, dass „die Spitze gebrochen“ ist. Foto: colourbox/Royalty-free

Aachen. Die Zahl der Raubüberfälle in Aachens Innenstadt geht seit Anfang des Monats wieder etwas zurück. Zwar liegt sie immer noch über jener des Septembers 2013. Die Lage ist laut Polizei aber nicht mehr so dramatisch wie noch im August, als es alleine am letzten Wochenende des Monats neun brutale Taten mitten in der Stadt gab.

Insgesamt wurden seit Anfang August 35 Raubüberfälle mit mehreren verletzten Opfern gezählt. Nach Einschätzung der Ermittler könnte der Rückgang damit zu tun haben, dass es mittleweile vier Festnahmen gegeben hat. Die Verdächtigen sind alle Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt. Zwei sitzen in U-Haft, einer hat sich aus dem Staub gemacht und wird als „vermisst“ geführt. In einem weiteren Fall sieht die Polizei Ansatzpunkte für weitere Ermittlungserfolge, nennt jedoch noch keine Details. Man hoffe, nun „die Spitze gebrochen“ zu haben.

Weil es dafür keine Gewähr gibt, werden am Wochenende laut Polizeipräsident Dirk Weinspach mehrere Dutzend Zivilfahnder in der Innenstadt unterwegs sein, flankiert von Streifenbeamten, die sich an Partytreffpunkten postieren sollen. Die meisten Opfer waren nachts alleine auf dem Heimweg und oftmals alkoholisiert.

Drei Tatverdächtige sind Marokkaner, einer Libyer. Sie gehören alle zu den „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“, die zuletzt in großer Zahl in Aachen gestrandet sind – 417 sind es aktuell, Tendenz weiter steigend. Der Polizeipräsident betont jedoch nachdrücklich, dass diese Menschen nicht unter Generalverdacht gestellt würden, auch werde sich der Fokus der Ermittlungen nicht speziell auf sie richten. Im Vergleich zur Jugendkriminalitätsrate im Allgemeinen sei jene innerhalb dieser Gruppe im Gegenteil „signifikant geringer“.

Sorge bereitet der Polizei die „Methode“ der Überfälle. Die Opfer werden oft von hinten angefallen und auf die Knie gezwungen, bevor ihnen ein zweiter Täter das Handy – die bevorzugte Beute – entreißt. Die Opfer könnten bei dieser Vorgehensweise fast nie brauchbare Personenbeschreibungen abgeben. Dies könnte „Trittbrettfahrer“ animieren, ebenso zu verfahren.

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