Aachen und Düren „Einbrecherhochburgen” in NRW

Von: dpa
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Die Polizei verzeichnet einen Anstieg der Wohnungseinbrüche. Foto: dpa

Aachen/Düren. Es ist die Zeit der XXL-Schraubendreher - des Standard-Werkzeugs von Einbrechern. Die Polizei verzeichnet mit der frühen Abenddämmerung derzeit einen Anstieg der Wohnungseinbrüche.

Die Einbrecher können in der Dunkelheit sehr schnell ganze Straßenzüge nach geeigneten Objekten ausspähen, deren Bewohner nicht daheim sind, berichtete die Düsseldorfer Polizei am Freitag.

In Bottrop ist in NRW das Risiko am größten, ungebetenen Besuch zu bekommen. Mit 396 Einbrüchen je 100.000 Einwohner lag die Ruhrgebietsstadt im vergangenen Jahr bundesweit hinter Bremen und Bremerhaven auf Rang 3. Aachen folgt auf Platz 5 als zweite Einbrecher-Hochburg Nordrhein-Westfalens, gefolgt von Düren, Dortmund und Düsseldorf.

Die Hochsaison ziehe auch Profi-Einbrecher aus Osteuropa nach Nordrhein-Westfalen. In den Flächenländern wurden nur die Schleswig- Holsteiner noch häufiger heimgesucht als die Menschen in NRW. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist ein El Dorado für Einbrecher: Unter den 15 deutschen Städten mit den höchsten Einbruchszahlen sind 10 NRW-Städte.

In der Landeshauptstadt wird in diesem Jahr vermutlich die Marke von 2000 Einbrüchen überschritten. „Die Zahlen machen uns große Sorgen”, sagt Dieter Töpfer, Chef-Ermittler gegen Einbruchskriminalität in Düsseldorf. „Profis” vom Balkan würden gezielt um diese Jahreszeit nach Deutschland reisen. Unlängst habe man eine georgische Einbrecherbande erwischt, die sich eigens Wohnungen in Köln und Düsseldorf angemietet hatte.

Leise gleitet der Schraubendreher in die Ritze zwischen Rahmen und Kunststoff-Fenster. Es knackt ein bisschen, schon schwingt das Fenster lautlos auf. Angesichts dieser Demonstration eines Düsseldorfer Polizisten schaut ein älteres Ehepaar am Freitag erstaunt und betroffen zugleich drein. Dass es so leicht und unauffällig ist, einzubrechen, hätten sie sich dann doch nicht gedacht. „Und solche Fenster haben wir auch.”

Im landesweiten Durchschnitt wird in Nordrhein-Westfalen deutlich öfter eingebrochen als im übrigen Bundesgebiet: Während in Deutschland 132 Einbrüche auf 100.000 Einwohner kamen, waren es in NRW 211.

Schon eine eingeschaltete Lampe im Haus könne die Langfinger abschrecken, berichtet Töpfer. Wachsame Nachbarn seien ein anderes wirkungsvolles Mittel: „Es kommt tatsächlich auch noch vor, dass ein Nachbar einen Einbrecher das Regen-Fallrohr hochklettern sieht und trotzdem nicht die Polizei ruft.”

Dass die Bürger in Sachen Sicherheit aufrüsten, ist an einer anderen Zahl ablesbar: Seit einiger Zeit steigt die Quote der Einbruchsversuche. In 38 Prozent der Fälle brechen die Täter in Düsseldorf ihr Vorhaben ab - oft, weil es ihnen nicht gelingt, besonders gesicherte Fenster oder Türen zu knacken.

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