Würselen - „Aachen Olé“: Riesen-Maschinerie läuft, Genehmigung steht aus

„Aachen Olé“: Riesen-Maschinerie läuft, Genehmigung steht aus

Von: Jutta Geese
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„So früh wie hier haben wir noch nirgendwo in Deutschland einen Antrag eingereicht“: „Olé“-Veranstalter Markus Krampe über die Organisation für das Event auf dem Flugplatz Merzbrück. Foto: Steindl/Archiv

Würselen. Einen „grandiosen Auftakt“ mit fast 40.000 Fans hat die Veranstaltungsreihe „Olé-Party-Sommer 2015“ laut Homepage der Organisatoren Anfang Mai „Auf Schalke“ gefeiert. Am Samstag tritt der Schlager-Tross mit Heino, DJ Ötzi, Mattias Reim, Jürgen Drews, Mickie Krause, Michael Wendler und anderen in Oberhausen auf. Das Saison-Finale soll am 12. September auf dem Flugplatz Merzbrück in Würselen stattfinden.

Der Kartenvorverkauf läuft. Allein: Bislang hat der Veranstalter, die Pro Event Entertainment GmbH, noch keine Genehmigung für die Großveranstaltung. Weder von den Grundstückseigentümern noch von der Stadt Würselen als zuständiger Behörde.

Das erinnert an den Ärger, den die Stadt Aachen mit dem „Aachen Olé“-Veranstalter vor einem Jahr hatte. Wochenlang gab es in der Soers Streit, insbesondere um die Sicherheitsauflagen. Erst wenige Stunden vor Beginn des Festivals gab die Stadt ihr Okay. Rund 20.000 Menschen feierten damals fröhlich Party in der Soers.

In diesem Jahr steht das Gelände nicht zur Verfügung. Der Veranstalter suchte einen neuen Standort – und fand Merzbrück. „Wir haben E-Mails aus allen Ecken bekommen, in denen es hieß: Merzbrück ist ein super Gelände, geht doch dahin“, sagt Markus Krampe, Geschäftsführer von Pro Event.

Die Olé-Party wäre nicht die erste Großveranstaltung auf dem Flugplatzgelände. Tausende zieht es seit Jahren zu den Flugschauen. Bereits zum fünften Mal tanzen dort seit Freitag gut 7000 junge Leute beim „Seltsames Verhalten“-Festival zu elektronischer Musik. Uwe Zink, Geschäftsführer der Flugplatz Merzbrück GmbH (FAM), träumt seit Jahren davon, den Flugplatz als Standort für Open-Air-Konzerte zu etablieren.

Bislang gab es dort jedoch erst ein bedeutsames Konzert: im Sommer 2010 mit Bela B von „Die Ärzte“. „Grundsätzlich würde Aachen Olé in dieses Konzept passen“, sagt Zink. Allerdings liege ihm bislang kein Schreiben des Veranstalters vor. „Es hat wohl ein Gespräch über die Nutzung des Geländes gegeben“, bestätigt er. In dessen Verlauf habe er darauf hingewiesen, dass nur der Aufsichtsrat der FAM die Nutzung genehmigen könne, nicht er als Geschäftsführer. Der Aufsichtsrat tagt das nächste Mal Anfang Juli.

Der Stadt Würselen liegen die Antragsunterlagen seit Mitte Mai vor. „Das hätte man alles schon viel früher einreichen können“, meint Bernd Schaffrath, Sprecher der Stadt, auch mit Blick darauf, dass zu dem Zeitpunkt schon der Kartenvorverkauf für „Aachen Olé“ lief. Veranstalter Krampe hingegen betont: „So früh wie hier haben wir noch nirgendwo in Deutschland einen Antrag eingereicht.“

Gang und gäbe sei es auch, dass die Behörden erst kurz vor einer Veranstaltung die endgültige Genehmigung erteilen – wenn sie geprüft haben, ob alle Absprachen umgesetzt seien. „Für Oberhausen am Samstag haben wir sie heute Vormittag erhalten“, berichtet Krampe, dessen „Olé“-Reihe im vergangenen Jahr als „Festival des Jahres 2013“ mit dem LEA Life Entertainment Award ausgezeichnet worden ist.

Das Konzept für „Aachen Olé“ auf Merzbrück hat Krampe Anfang Juni bei einem Treffen von Vertretern aus mehr als 40 Behörden bei der Stadt Würselen vorgestellt, sagt Würselens Sprecher Bernd Schaffrath. Vertreter der Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf (Luftaufsichtsbehörde) waren ebenso dabei wie Vertreter der örtlichen Ordnungsbehörden. „Das ist eine riesengroße Maschinerie“, sagt Schaffrath.

Bis Ende Juni haben die Träger öffentlicher Belange nun Zeit, ihre Stellungnahmen abzugeben. „Wenn die sagen, es ist kein Problem, ist es auch für uns kein Problem. Wenn nicht, wird es schwieriger. Das ist einfach eine zu große Veranstaltung.“ 20.000 Besucher geballt in wenigen Stunden habe man auf Merzbrück noch nie gehabt. „Zu den Flugtagen kommen zwar auch 20.000 Leute, aber verteilt über zwei Tage“, sagt er.

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