Aachen gewinnt beim Wandel, die Anderen nicht

Von: René Benden
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Aachen. Die Zahlen sind eindeutig. Bis 2030 werden die Menschen in der Region älter und weniger.

Das geht aus der Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes in Düsseldorf hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Bis auf die Stadt Aachen werden demnach alle Kreise der Region Einwohner verlieren. Während der Kreis Aachen nur knapp ein Prozent seiner Einwohner bis 2030 verliert, muss sich der Kreis Heinsberg darauf einstellen bis zu 2,6 Prozent weniger Einwohner zu haben. Der Kreis Düren wird laut Landesamt sogar fast fünf Prozent seiner Einwohner verlieren. Einzig der Stadt Aachen wird ein Bevölkerungszuwachs von 2,5 Prozent prognostiziert.

Insgesamt wird die NRW-Bevölkerung von heute knapp 18 Millionen Menschen auf 17,3 Millionen bis 2030 zurückgehen. Im gleichen Zeitraum wächst die Zahl der Rentner von 20 Prozent auf 27 Prozent. Hingegen werden 2030 nur noch 17 Prozent der NRW-Einwohner unter 20 Jahre alt sein.

Parallel dazu zieht es die Menschen in die Städte mit attraktivem Arbeitsmarkt, einer Universität und gutem Freizeitangebot. Bonn verzeichnet bis 2030 ein Einwohnerplus von zwölf Prozent.

Diese Tendenz kann gerade für kleinere Städte und Gemeinden zum Problem werden. „Ich denke, dass viele Kommunen in Zukunft ihre liebe Not damit haben werden, ihre Infrastruktur und Bildungseinrichtungen zu unterhalten, sagt der Experte für Stadtentwicklung Hans-Dieter Krupinski. Denn schrumpfende Bevölkerung bei gleichzeitig steigendem Durchschnittsalter lässt die Einnahmen für die Stadtkasse sukzessive kleiner werden.

Der Kreis Düren hat den Kampf um junge Familien eröffnet. „Da müssen wir attraktiver werden und haben Initiative ergriffen”, sagt Sprecher Josef Kreutzer. So ist im Kreis Düren beispielsweise das erste Kindergartenjahr frei. Ob diese Aktivitäten ausreichen, muss die Zukunft zeigen. Fest steht aber schon jetzt: Da die Zahl der Geburten laut Prognose bis 2030 um acht Prozent zurückgeht und die großen Städte einen Zulauf erwarten, wird gerade der Kampf um junge Familien für ländliche Städte hart. „Was das für die einzelnen Kommunen in der Städteregion bedeutet, kann man noch nicht sagen. Dazu müssen wir die Prognose erst auf die einzelnen Städte herunterbrechen”, sagt Antje Rüter von der Stabsstelle Projektentwicklung vom Kreis Aachen.
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