Aachen - Aachen bleibt in der Region ein teures Pflaster

Aachen bleibt in der Region ein teures Pflaster

Von: André Schaefer
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Wer sich für Bauland in Düsseldorf, Köln, Münster oder Bonn interessiert, muss einiges auf den Tisch legen. Foto: dpa

Aachen. Wer sich für Immobilien in Nordrhein-Westfalen interessiert, muss tief in die Tasche greifen. Im vergangenen Jahr verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt um vier Prozent, Eigentumswohnungen um drei Prozent und unbebaute Grundstücke um zwei Prozent. Das ist das Ergebnis des Grundstücksmarktberichtes NRW, den das Innenministerium jetzt veröffentlicht hat.

Dem aktuellen Grundstücksmarktbericht liegen alle Grundstücksgeschäfte des vergangenen Jahres zugrunde. „Die Menschen zieht es in die Metropolen. Das merkt man auch an den weiter steigenden Preisen für Wohneigentum“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger bei der Vorstellung des Berichts. Rund um Köln, Düsseldorf und Münster sei es deutlich teurer als in ländlicheren Regionen wie der Eifel und dem Sauerland, erläuterte Jäger.

Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht diese Aussage: Denn wer sich für Bauland in Düsseldorf, Köln, Münster oder Bonn interessiert, muss einiges auf den Tisch legen. In Düsseldorf liegt der durchschnittliche Baulandpreis für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in mittlerer Lage bei stolzen 600 Euro pro Quadratmeter. Das ist NRW-weit der Spitzenpreis. Bodenpreise von mehr als 300 Euro pro Quadratmeter werden in Köln (440 Euro), Bonn (370 Euro), Münster (350 Euro) und Bergisch Gladbach (330 Euro) sowie in einigen Gemeinden im Einzugsbereich von Düsseldorf (Meerbusch 370 Euro, Langenfeld 370 Euro, Hilden 370 Euro, Ratingen 365 Euro und Neuss 330 Euro) erzielt.

Deutlich günstiger wird es hingegen beim Blick auf die Baulandpreise in der Eifel. Mit Ausnahme von Roetgen (145 Euro) gibt es den Quadratmeter Bauland für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in mittlerer Lage beispielsweise in Monschau und Simmerath bereits für 60 Euro.

Deutlich mehr Kaufverträge

Teuer wird es für Immobilieninteressenten in der Landeshauptstadt auch mit Blick auf Wohneigentum (Erstverkauf) und Reihenendhäuser sowie Doppelhaushälften: Für Eigentumswohnungen in mittlerer Lage kostet der Quadratmeter an Wohnfläche dort 3890 Euro. Für Reihenendhäuser und Doppelhaushälften werden bei einem Erstbezug in den Regionen rund um Düsseldorf durchschnittlich 387 000 Euro bezahlt. Beides sind Spitzenwerte in NRW.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 150.210 Kaufverträge über bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Wohnungs- und Teileigentum mit einem Geldumsatz von 34,86 Milliarden Euro und einem Flächenumsatz von 212 Quadratkilometer mitgeteilt. Dies sind fast 10.000 Kauffälle mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg ebenfalls gegenüber 2013 um 14 Prozent an. Dabei entfielen 66,5 Prozent des Geldumsatzes in Nordrhein-Westfalen auf das Rheinland.

Einen stabilen Umsatz hat der Grundstücksmarkt im vergangenen Jahr auch im Regierungsbezirk Köln verzeichnen können. Von den einzelnen Gutachterausschüssen im Bezirk wurden insgesamt 42.030 Kaufverträge über bebaute und unbebaute Grundstücke mitgeteilt. Einen nahezu ähnlichen Wert gab es auch im vergangenen Jahr. Der Geldumsatz betrug 10,94 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von elf Prozent.

Mit Blick auf die durchschnittlichen Baulandpreise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in mittlerer Wohnlage ist Köln die teuerste Stadt des Regierungsbezirkes. Aachen belegt mit einem durchschnittlichen Preis von 300 Euro pro Quadratmeter Platz vier in diesem Ranking. In unserer Region ist Aachen diesbezüglich wie erwartet mit Abstand die teuerste Stadt.

Wirft man in Aachen einen genaueren Blick auf gute Wohnlagen, so entpuppt sich das Aachener Südviertel als insgesamt wohl teuerste Wohngegend der gesamten Region: Die Bodenrichtwerte erreichen dort sogar Spitzenwerte von bis zu 550 Euro pro Quadratmeter.

Würselen ist beliebte Gegend

Bei den durchschnittlichen Baulandpreisen in mittlerer Wohnlage ist auch die Stadt Würselen in der Städteregion Aachen eine beliebte Gegend: 200 Euro kostet dort ein Quadratmeter Bauland, was Würselen zur zweitteuersten Kommune unserer Region macht. Ihr folgen Herzogenrath (180 Euro), Eschweiler und Düren (beide 150 Euro).

Ähnlich sieht es bei den Wohneigentumspreisen für Erstverkäufe in mittleren Wohnlagen aus: Auch hier bleibt Aachen mit einem Durchschnittspreis von 2750 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt in der Region (Platz 13 im gesamten Regierungsbezirk Köln). Ihr folgt die Stadt Alsdorf mit einem Durchschnittspreis von 2562 Euro pro Quadratmeter.

Laut Angaben des Gutachterausschusses der Städteregion Aachen ist dieser hohe Durchschnittspreis für die Stadt Alsdorf eher eine Ausnahme. Der hohe Preis sei damit zu begründen, dass hin und wieder besondere Objekte einen Durchschnittspreis spürbar in die Höhe treiben, heißt es.

Bei den Reihenendhäusern oder Doppelhaushälften ist Aachen mit 368.000 Euro für Erstverkäufe in mittleren Wohnlagen in der Region ebenfalls Spitzenreiter (Platz 9 im gesamten Regierungsbezirk). Zweitteuerste Stadt der Region ist in diesem Bereich Herzogenrath (333.000 Euro), gefolgt von Würselen (306.000 Euro) und Baesweiler (268.000 Euro).

Eines haben die Städteregion Aachen, der Kreis Düren und der Kreis Heinsberg gemeinsam: Die Anzahl der Kaufverträge für bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Wohn- und Teileigentum ist ebenso gestiegen wie der dabei erzielte Geldumsatz: Während im Kreis Heinsberg 3257 Kaufverträge (1 Prozent mehr als 2013) mit einem Geldumsatz von 421,5 Millionen Euro (4,9 Prozent mehr als 2013) verzeichnet wurden, kamen im Kreis Düren insgesamt 2513 Kauffälle zustande (plus 13 Prozent). Der Geldumsatz betrug dabei 352 Millionen Euro (plus 26 Prozent).

Rekordwert in der Städteregion

Einen ebenso starken Anstieg durfte die Städteregion Aachen für sich verzeichnen: Der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses wurden insgesamt 5956 Kauffälle übermittelt (2013 waren es 5870). Der Geldumsatz stieg dabei um 14,1 Prozent auf einen Rekord-Geldumsatz von rund 1,107 Milliarden Euro. „Als Ursache für diese hohen Umsätze vermuten wir weiterhin die Anlage von Vermögen in das sogenannte ‚Betongold‘“, sagt Paul Harzon, Geschäftsführer des Gutachterausschusses der Städteregion Aachen. Auch die zum 1. Oktober 2014 erfolgte Anhebung der Grunderwerbssteuer von 5 auf 6,5 Prozent spiele in diesem Zusammenhang eine Rolle, sagt Harzon.

Fest steht jedenfalls: Mit steigendem Interesse steigen bekanntlich auch die Preise. Und wie die Tendenz zeigt, ist das Wohnen nicht nur in NRW im Allgemeinen, sondern auch in der Region im Speziellen im Wesentlichen teuerer geworden. Während die Baulandpreise in der Städteregion im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben sind, haben sich die Baulandpreise im Kreis Düren um durchschnittlich 2,3 Prozent und im Kreis Heinsberg um knapp 1,7 Prozent erhöht.

Richtig tief in die Tasche greifen müssen die Einwohner im Kreis Heinsberg bei Eigentumswohnungen: Der Durchschnittspreis für Erstverkäufe stieg im vergangenen Jahr um satte 12 Prozent von 1730 Euro auf 1950 Euro pro Quadratmeter. Auch in der Städteregion sind die Durchschnittspreise für Wohneigentum im vergangenen Jahr um etwa 2 Prozent gestiegen. Im Kreis Düren wurden für diesen Bereich keine genauen Daten erhoben.

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