Aachen bekommt direkte Bahnverbindung nach Maastricht

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
aachen bahnhof
Bald Direktverbindung nach Maastricht? Ein Zug verlässt den Aachener Hauptbahnhof.

Aachen/Maastricht. Von Dezember 2014 an sollen Aachen und Maastricht per Bahn direkt miteinander verbunden sein. Fahrgäste kommen dann von einer Stadt in die andere, ohne wie bislang umsteigen zu müssen.

Die Haltepunkte auf niederländischer Seite werden neben Maastricht in jedem Fall Valkenburg, Heerlen und Kerkrade sein, vielleicht auch Spekholzerheide nahe des Kerkrader Fußballstadions. Auf deutscher Seite wird am Aachener Hauptbahnhof und in Aachen-West möglicherweise noch in Aachen-Richterich gehalten. Ein weiterer Haltepunkt wird relativ genau auf der Grenze irgendwo im Gewerbegebiet Avantis liegen.

Das deswegen „Via Avantis” betitelte deutsch-niederländische Projekt ist seit einer halben Ewigkeit in Planung, realisierbar wurde es aber erst im Juli, nachdem das NRW-Verkehrsministerium die Förderungswürdigkeit des Projektes feststellte. Zuvor stand das Ministerium dem Vorhaben jahrelang ablehnend gegenüber, so dass die Bahnverbindung keine Chance auf deutsche Fördermittel besaß.

In nur drei Jahren wollen Provinz und Parkstad Limburg und die Städte Aachen, Heerlen, Kerkrade und Maastricht Planung, Bau und Inbetriebnahme der Verbindung bewerkstelligen, was mindestens ehrgeizig ist. Das Projekt bedient sich im Wesentlichen bestehender Schienenverbindungen, ein alter Streckenabschnitt in Richterich soll reaktiviert werden.

Neu gebaut werden lediglich 3,5 Kilometer Schienen zwischen Richterich und Spekholzerheide, mitten durch das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Avantis. Die Zeitersparnis gegenüber der bestehenden Bahnverbindung mit Umstieg in Heerlen soll bei 15 Minuten liegen, statt 72 führe der Zug von Aachen nach Maastricht dann 57 Minuten.

Politisch noch nicht genehmigt

Die Projektkosten betragen 40 Millionen Euro, 18 Millionen kommen aus Holland, 22 Millionen aus Deutschland. Wer die Förderung auf deutscher Seite übernimmt, ist noch nicht ganz klar, die ohnedies schon arg strapazierte Aachener Stadtkasse soll durch das Projekt allerdings nicht weiter belastet werden, sagte Philipp. Möglich ist, dass das Land Nordrhein-Westfalen und der „Zweckverband Nahverkehr Rheinland” die 22 Millionen Euro in noch zu klärenden Anteilen übernehmen, so oder so trägt die Kosten der Steuerzahler.

Zwar sind alle Verantwortlichen entschlossen und bester Dinge, fest steht aber noch gar nichts, offiziell zumindest nicht. Denn anders als in den Niederlanden ist das Projekt auf deutscher Seite noch nicht von den zuständigen Parlamenten genehmigt.
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