A44: Sattelzug landet im Wasserschutzgebiet

Von: Oliver Schmetz
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VU BAB Lichtenbusch
Ende einer Dienstfahrt. Nach eigenen Angaben war der Fahrer des Sattelzuges abgedrängt worden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die ersten Unfallmeldungen klangen am Mittwochmittag um 12 Uhr dramatisch: Auf der A44 in Richtung Belgien war kurz vor der Ausfahrt Aachen-Lichtenbusch ein Lkw die Böschung hinabgestürzt, und zunächst hieß es, der Fahrer sei eingeklemmt.

Neben der Autobahnpolizei rückte die Aachener Berufsfeuerwehr mit 20 Einsatzkräften an, ein Rettungshubschrauber war ebenfalls schon in der Luft - als für den Fahrer glücklicherweise Entwarnung gegeben werden konnte. Der 23-jährige Niederländer war nicht in dem auf der Leitplanke hängenden Lkw-Wrack eingeklemmt und auch sonst abgesehen von einem leichten Schock unverletzt, wie die Autobahnpolizei später mitteilte.

Gleichwohl hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, und das bis in die Abendstunden hinein. Denn für die Natur konnte nicht so schnell Entwarnung gegeben werden: Da der Lkw nach seinem Abflug von der Fahrbahn im Wasserschutzgebiet gelandet war - in direkter Nähe befindet sich das Trinkwasserreservoir Eicher Stollen - und der Verdacht bestand, dass bei dem Unfall Dieselkraftstoff ausgetreten war, eilten auch Experten des städtischen Umweltamts zum Unfallort. Und als die Feuerwehr den Treibstoff aus dem verunglückten Brummi abpumpte, wurde festgestellt, dass etwa 250 bis 300 Liter Diesel ausgelaufen waren.

Dennoch gaben die städtischen Experten auch hier Entwarnung. „Es besteht keine Gefahr fürs Trinkwasser”, erklärte Axel Costard vom städtischen Presseamt am Nachmittag auf Anfrage. Begründung: Die Unfallstelle liege relativ hoch am Hang, so dass nicht mit einem tiefen Eindringen der giftigen Schadstoffe ins Erdreich zu rechnen sei. Außerdem sei kein Wasserlauf in der Nähe, der verunreinigt werden und den Treibstoff weitertragen könne.

Allerdings standen Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma am späten Nachmittag schon in den Startlöchern, um das verseuchte Erdreich notfalls abzutragen. Auch ein Gutachter war von der Stadt bereits in Bewegung gesetzt worden.

Am Ende doch keine Vollsperrung

Bloß war da immer noch der Lkw im Weg. Zwischenzeitlich wurde gar eine Vollsperrung der Autobahn in Fahrtrichtung Belgien in Erwägung gezogen, um den Laster mit einem schweren Kran wieder auf die Fahrbahn zu hieven. Doch dann ging doch alles einfacher vonstatten als befürchtet. Die eine Fahrbahn, die schon seit dem Unfall die ganze Zeit über gesperrt war, reichte dafür aus, den Brummi am frühen Abend aus der Böschung zu ziehen.

Wie er dort hingekommen war, hatte der Fahrer der Polizei zu diesem Zeitpunkt schon lange erklärt. Er sei auf der rechten Spur in Richtung Grenzübergang Lichtenbusch unterwegs gewesen, als ihn plötzlich ein Pkw geschnitten habe, erzählte der 23-Jährige den Beamten. Beim Ausweichen sei er dann von der Fahrbahn abgekommen und in die Böschung gestürzt. Von dem mutmaßlichen Unfallverursacher fehlte laut Polizei am Mittwoch jede Spur.
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