874.000 Euro: Unicef-Botschafterin Padberg nimmt Scheck entgegen

Von: Madeleine Gullert
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„Die Summe ist der Wahnsinn“: Das war Eva Padbergs Reaktion, als Chefredakteur Bernd Mathieu (v. r.) der Unicef-Botschafterin gemeinsam mit Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch die symbolischen Schecks mit Spenden unserer Leser überreichte. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Unicef-Botschafterin Eva Padberg tut gern Gutes. Eitel ist sie dabei nicht. „Mich muss man nicht sehen, Hauptsache man sieht den Betrag“, sagte die 35-Jährige am Montag lachend während der symbolischen Scheckübergabe beim Besuch in der Zentralredaktion unserer Zeitung. In der Hand hielt sie die Schecks.

Insgesamt 874.000 Euro spendeten Leser für Unicef-Projekte im Nordirak und in Nepal. „Die Summe ist der Wahnsinn“, sagte Padberg, die als Model bekannt wurde, inzwischen aber auch Musik macht und Mode entwirft. Seit 2006 ist sie Botschafterin für das Kinderhilfswerk.

Die jährliche Aktion unserer Zeitung stand im vergangenen Jahr unter dem Motto „Nordirak – rettet die Kinder“. 730.000 Euro wurden für Flüchtlingskinder dort gesammelt. Der Großteil der Summe kam zwischen November und Weihnachten zusammen. „Das ist unfassbar, in so kurzer Zeit“, sagte Padberg. Angesichts des Erdbebens in Nepal wurde zudem noch eine Sonderaktion ins Leben gerufen: „SOS vom Dach der Welt. Wir helfen Nepals Kindern.“ Unsere Leser spendeten dafür 144.000 Euro. Mit Hilfe des Geldes hat man das Überleben vieler Menschen gesichert: mit sauberem Wasser, Heizdecken und Kleidung.

Behütet aufgewachsen

„Es ist super, dass Ihre Zeitung so involviert ist“, sagte Padberg. „Wir spüren eine große Bereitschaft unserer Leserinnen und Leser, sich einzubringen“, sagte Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung. Manfred Kutsch, Reporter unserer Zeitung, der die Unicef-Aktionen betreut, misst den Erfolg nicht allein an der Summe. Vielmehr hoffe er, damit den Lesern die Probleme der Welt näherzubringen.

Unicef-Botschafterin Padberg zeigte sich beeindruckt, dass die Menschen in Deutschland angesichts der Flüchtlingskrise zurzeit so motiviert seien zu helfen. „Deutschland ist einen weiten Weg gegangen und weit gekommen“, sagte sie. Es sei toll, dass es diese Willkommenskultur gebe, trotz einiger Negativbeispiele. „Wir können wirklich stolz sein.“

Warum sie selbst hilft? „Als ich gemerkt habe, dass es Menschen anderswo auf der Welt schlecht geht, wollte ich mich einbringen“, sagte Padberg. Das sei allerdings erst recht spät der Fall gewesen. Sie sei in ihrer Heimat in Thüringen behütet aufgewachsen. Nach dem Abitur 1998 fing sie an zu modeln. Und erst in diesem Job sah sie Elend, etwa am Rande von Fotoshootings in Indien.

Als Model bekam Padberg zwar Eindrücke vom Glamourleben, aber eben auch von Slums. Den Glamour brauche sie nicht unbedingt. Bei ihrem Besuch beim Reitturnier CHIO 2013 habe sie sich schnell einen Haarreif mit Deko als Hutersatz basteln müssen. So ein „Gedöns“ ist nichts für Padberg, die mit ihrem Ehemann in Berlin lebt und sich gern in ein abgelegenes Häuschen in der Uckermark zurückzieht.

„Nun versuche ich, meinen kleinen Beitrag zu leisten.“ Mit Unicef reiste sie schon nach Kambodscha und besuchte die Philippinen. „Dass Kinder mit der Hilfe von Unicef dort zur Schule gehen können, ist toll.“ Ohne Bildung drohe man, eine Generation zu verlieren.

Ganz ehrlich interessiert zeigte sich das Model auch an den Erfahrungen unseres Kollegen Kutsch, der mit seiner Frau Silke Fock-Kutsch schon für die kommende Spendenaktion eine Reise in den Libanon unternommen hat. „Wie war das? Wie ist die Situation der Flüchtlinge dort?“ All das wollte Padberg wissen.

Als Kutsch von traumatisierten Kindern und der dramatischen Situation in dem Land berichtete, sagte sie nur immer wieder „Oh Gott“. Aber einknicken oder aufgeben, das ist nicht Padbergs Ding. Auch nach dem Terror von Paris ist sie fest davon überzeugt: „Das ist für uns alle eine schwierige Zeit. Es ist aber wichtig, dass wir Menschen zusammenhalten und füreinander einstehen.“

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