8,6 Millionen Euro für Aachener Weltkulturerbe

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Der Aachener Dom.

Aachen. Knapp 8,6 Millionen Euro werden in den nächsten vier Jahren in das Weltkulturerbe der Stadt Aachen fließen. Einhellig stimmte der Rat dem Maßnahmenpaket zu, das nicht nur den Dom, sondern die gesamte ehemalige Pfalzanlage mit dem heutigen Rathaus umfasst.

Es ist Teil des von der Bundesregierung aufgelegten Konjunkturpakets I. Der Eigenanteil der Stadt Aachen wird etwas mehr als zwei Millionen Euro betragen.Unter anderem soll der Dom ein eigenes Informationszentrum erhalten. Dafür wird ein nicht genutztes Gebäude des Bischöflichen Generalvikariats gegenüber dem Haupteingang umgebaut. Steigende Besucherzahlen - zurzeit rund 1,5 Millionen pro Jahr - machen zudem Regelungen erforderlich, um den Andrang besser zu kanalisieren.

Während der Gottesdienstzeiten könnten sich Touristen schon einmal über die Architektur und Geschichte des Doms und die Domschatzkammer informieren, auch Einführungsvorträge für Gruppen könnten dort abgehalten werden.

Der „verbesserten sinnlichen Wahrnehmung der Freiräume rund um die Pfalzanlage” gilt ein weiterer Teil dieses Bausteins. Angebote und Installationen sollen geschaffen werden, um Gestaltungsdefizite auszugleichen oder „Aha-Effekte” zu erzielen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Krämerstraße und dem Umbau der Ritter-Chorus-Straße zu einem kleinen „Stadtplatz”.

Auch der Dom selbst soll über Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen bei Mosaiken, Marmorverkleidung und Fußböden vom Konjunkturprogramm profitieren. Die zwischen 1880 und 1913 entstandene Innendekoration soll aufwendig restauriert werden.

Der hölzerne Dachstuhl der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Nikolauskapelle muss gesichert werden, Schädlinge haben ihm erheblich zugesetzt. Die Gesamtkosten für die Domsanierung werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Im Rathaus soll das vom damaligen Stadtbaumeister Friedrich J. Ark (1807-1878) errichtete Treppenhaus renoviert werden. Auch das Dach des Postwagens und des Hauses Eulenspiegel sowie dessen Fassade erfahren eine denkmalpflegerische Instandsetzung. Außerdem muss das Dach des Marienturms abgedichtet, ebenso das Mauerwerk möglicherweise neu verfugt werden, da bei starkem Regen Wasser eindringt und sich Salzspuren bilden.

Der Keller soll vor der eindringenden Feuchtigkeit über einen offenen Entwässerungsgraben geschützt werden. Diese Maßnahme, die bis in eine Tiefe von drei Metern reicht, muss archäologisch begleitet werden.

Aber auch das Dach des Granusturms, die Fenster im Krönungssaal, der Figurenschmuck an der Außenfassade sowie die Fresken, Stuckaturen und Wandbespannungen in zahlreichen Räumen des Rathauses bedürfen einer Sanierung. Schließlich soll in Zusammenarbeit mit der RWTH (Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege) eine detaillierte und wissenschaftlich exakte Baudokumentation und Analyse des historischen Rathauses erarbeitet werden.

Insgesamt werden rund 2,1 Millionen Euro in das Rathaus investiert, der Eigenanteil der Stadt beträgt rund 700.000 Euro.
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