50 Jahre Hilfe für junge Menschen

Von: Andreas Gabbert
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Für das soziale Miteinander:
Für das soziale Miteinander: Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins „Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Aachen” sind am Mittwoch im Elisengarten 500 Ballons aufgestiegen. Foto: A. Gabbert

Aachen. Die Entscheidung, die sie zu fällen hatte, war nicht einfach. Ratlos stand Ursula Schön damals Anfang der 1980er Jahre mit fertigem Abitur in der Tasche vor einer der wichtigsten Entscheidungen im Leben: der Frage nach dem zukünftigen Beruf.

Die damals 19-Jährige brauchte Bedenkzeit, wollte sich ausprobieren, das Ganze aber bitte ohne existentielle Sorgen.

Entschieden hat sie sich schließlich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einem Krankenhaus in Viersen. „Das hat meine Berufsentscheidung massgeblich beeinflusst”, sagt Schön heute. Sie hatte Zeit, über ihre Zukunft nachzudenken, wurde gleichzeitig gefördert und von den Mitarbeitern des Vereins „Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Aachen” (FSD) auch ein wenig an die Hand genommen. Das hat ihr Sicherheit gegeben und ihr die Entscheidung erleichtert. Sie entschied sich, Religionspädagogik zu studieren und arbeitet seitdem in der Krankenhausseelsorge.

Ursula Schön ist kein Einzelfall. Bereits seit 50 Jahren begleitet der Verein Menschen, die ein FSJ absolvieren. Das Jubiläum wurde am Mittwoch unter dem Motto „Bleibt alles anders?!” in Aachen groß gefeiert. Mit verschiedenen Aktionen machten Jahreshelfer in der Innenstadt auf sich aufmerksam. Im Elisengarten ließen sie 500 Ballons mit Wünschen und Forderungen für das soziale Miteinander steigen, die ihnen Passanten mit auf den Weg gegeben hatten.

Knapp 5000 Menschen hat der Verein bisher begleitet, rund 100 pro Jahr. Und die Nachfrage steigt. Zurzeit gibt es zwar noch mehr Bewerber als offene Stellen, doch mit dem Wegfall des Zivildienstes könnte sich das ändern. Immer mehr Einrichtungen fragen beim FSD gezielt nach Bewerbern.

Die Freiwilligen arbeiten beispielsweise in Kitas, Schulen und Heimen. Doch im Gegensatz zum Zivildienst steht bei einem FSJ nicht das Erledigen von Aufgaben im Vordergrund, sondern der Reifungsprozess eines jungen Menschen. „Das FSJ bietet Jugendlichen zwischen Schule und Studium oder Ausbildung mehr als berufliche Orientierung. Sie lernen soziale Kompetenzen wie Team- oder Konfliktfähigkeit und wachsen an ihrem sozialen Engagement”, erklärt die Leiterin des FSD in Aachen, Sigrid Ophoff.

Deshalb werden die Freiwilligen in der Praxis begleitet und pädagogisch unterstützt. Darauf legt der Verein viel Wert. „Das klingt anachronistisch, und das ist es auch, aber das ist gut so”, sagt Werner Reinhart, Vorstandsmitglied des FSD.
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