35 Millionen für neues RWTH-Zentrum

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:
RWTH Aachen
Das Hauptgebäude der RWTH Aachen. Foto: ddp

Aachen. Noch ein Leuchtturm für die RWTH Aachen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird ein deutschlandweit einzigartiges Zentrum für mobile Antriebe auf dem Campus Melaten entstehen.

In dem Gebäude mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro sollen emissionsfreie und ressourcenschonende Fahrzeugmotoren entwickelt werden. Dieses Center for Mobile Propulsion (CMP) wurde am Montag von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern genehmigt.

Ausschlaggebend für die vom Wissenschaftsrat empfohlene Entscheidung, das Projekt nach Aachen zu geben, war offenbar die fast konkurrenzlose interdisziplinäre Kompetenz der RWTH im Bereich der Automobilität. Im CMP werden 15 Institute aus den Fakultäten für Maschinenwesen, Elektrotechnik und Naturwissenschaften zusammenarbeiten. Kooperationspartner ist zudem das Forschungszentrum Jülich. Insgesamt sollen mehr als hundert Forscher beteiligt werden.

Die Forschungen gelten dem ganzen Spektrum künftiger Antriebe und Energiequellen für den Betrieb von Kraftfahrzeugen, in dem die RWTH eine reiche Forschungstradition hat. Dazu gehören alternative Antriebskonzepte für Motoren, Brennstoffzellen, die Weiterentwicklung von Hybrid- und Batterietechnologien, hydraulische Energieübertragung. Federführend beantragt wurde das Zentrum von Prof. Stefan Pischinger, Direktor des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen. Geleitet wird es von einem Gremium, das aus Pischinger und fünf weiteren Institutsleitern besteht.

Anwendungsreif sollen die einzelnen Teilprojekte in einem Zeitraum von „fünf bis 30 Jahren” sein, so Pischinger. „Wir arbeiten mittel- und langfristig. Der Schwerpunkt liegt bei Technologien, die in 15 bis 20 Jahren marktreif sein sollen”. Entsprechende Zeiträume gelten auch für das von Pischinger geleitete und sich teilweise überschneidende RWTH-Exzellenzcluster Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse.

Für die 35 Millionen Euro werden das Gebäude errichtet und dessen Ausrüstung finanziert, die im Wesentlichen aus Prüflaboren, Testanlagen und Maschinen für Batterien und Hybridgetriebe besteht. Spatenstich soll noch in diesem Jahr sein.

„Wir sind stolz, diese Einrichtung nach Aachen geholt zu haben”, freut sich RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg. „Das zeigt, welche Relevanz man uns bei diesem Thema zumisst. Und es passt wunderbar zu dem Cluster Mobilität, das auf dem neuen Campus entstehen soll.”

Ein weiteres Leuchtturmprojekt in Nordrhein-Westfalen wurde am Montag von der Konferenz der Wissenschaftsminister der Universität Duisburg-Essen zugesprochen. Dort soll bis 2012 ein Forschungszentrum entstehen, das Nanowissenschaften und Energieforschung enger verbindet. In dem 43 Millionen-Euro-Bau sollen „maßgeschneiderte und multifunktionale Materialien zum Einsatz in der Energiegewinnung” erforscht werden.
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