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31.000 Menschen haben Ausstellungen im KuK besucht

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Ein Bild voller Dynamik: Wei Seng Chen gewann damit beim World Press Photo Contest in der Kategorie „Sports Action“. Es zeigt einen Jockey mit seinem Bullen-Gespann beim gefährlichen Puca Jawi-Rennen in West-Sumatra. Das Bild wird auch im KuK gezeigt.
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Zum Abschluss des Jahres: Die Arbeiten des amerikanischen Fotografen Elliott Erwitt, dem „Woody Allen der Fotografie“ werden vom 26. Oktober bis zum 21. Dezember präsentiert.

Monschau. Das Konzept ist aufgegangen. Das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion in Monschau weicht deutlich vom Üblichen ab, indem es Ausstellungsflächen und Ateliers, Gründerzentrum und Hort experimenteller Kunst, bekannte Größen und regionale Talente bewusst miteinander verbindet – und das mit großem Erfolg.

In der zehnten Ausstellungssaison haben knapp 31.000 Menschen das historische Gebäude an der Rur besucht, um dort eine von sechs Ausstellungen zu sehen.

„Es ist die Mischung zwischen der Kunst renommierter Künstler wie Jim Rakete, Anton Corbijn und Jürgen Klauke und der Kunst mit einem experimentellen Charakter, die die Menschen anzieht“, erklärt Städteregionsrat Helmut Etschenberg. Das KuK in Monschau sei gewissermaßen die Visitenkarte für die Städteregion und ihr Streben, „die hiesige Kultur zu bereichern und dergestalt voranzutreiben, dass ein internationales Netzwerk entsteht“. Dies stehe und falle alles mit dem Engagement der KuK-Leiterin, Dr. Nina Mika-Helfmeier, die im Laufe der Jahre Kontakte zu Künstlern aufgebaut habe, „von denen wir früher nicht zu träumen gewagt haben“. Im KuK sei zwar ein Mix zu sehen, in dem verschiedene Genres eine Daseinsberechtigung hätten, jedoch nehme die Fotografie inzwischen einen exponierten Charakter ein. Auf ihr solle auch im Jahr 2014 der Schwerpunkt liegen.

Gleich zu Anfang bekommen die Besucher die weltweit besten Pressefotografien des Jahres 2013 zu sehen. Das Pressefoto des Jahres gilt als die höchste Auszeichnung für einen Fotografen. 5666 professionelle Pressefotografen, Fotojournalisten und Dokumentarfotografen aus 124 Ländern haben sich mit 103 482 Bildern an dem 56. internationalen World Press Photo Contest 2013 beteiligt. „World Press Photo 2013“ heißt auch die Ausstellung, die vom 22. Februar bis zum 16. März in Monschau präsentiert wird. Monschau reiht sich als Ausstellungsort der beeindruckenden Bilder ein in eine Reihe von Welt-Metropolen wie Berlin, Barcelona, Dublin, Montreal, New York, Sao Paulo oder Tel Aviv, wo die Fotos bereits gezeigt wurden.

Weiter geht es vom 23. März bis zum 4. Mai mit der Ausstellung „Hölzelkreis und der Erste Weltkrieg“. Neben der „Brücke“ in Dresden und dem „Blauen Reiter“ in München zählte Stuttgart mit dem Hölzelkreis zu einem dritten Zentrum der klassischen Moderne in Deutschland. Im Sommer 1912 unternahm der Stuttgarter Akademieprofessor Adolf Hölzel mit rund 30 seiner Studenten eine mehrmonatige Exkursion nach Monschau, um dort zu malen. Im ersten Teil der Ausstellung soll diese produktive Zeit dokumentiert werden. Der zweite Teil der Ausstellung wird die Auseinandersetzung der Künstler mit dem Ersten Weltkrieg thematisieren. Ergänzt wird die Ausstellung durch bisher unveröffentlichte regionale Geschichtsdokumente.

Vom 11. Mai bis zum 22. Juni sind Fotografien von Roger Ballen im KuK zu sehen. Seine Arbeiten finden sich in den Sammlungen bedeutender Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Georges Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam und dem Victoria und Albert Museum in London. Mit seiner zwischen Dokumentation und Fiktion changierenden Bilderwelt, nachhaltig verstörend und bestechend zugleich, gehört Roger Ballen zu den eigenwilligsten und prägendsten Fotografen seiner Generation. Die Ausstellung gab erstmals in Wien und dann im Münchener Stadtmuseum einen umfassenden Einblick in sämtliche Schaffensperioden des Künstlers – von den späten 1960er Jahren bis heute.

Um den Zorn geht es in der Ausstellung des Fotografen Axl Klein, die vom 31. August bis zum 5. Oktober in Monschau gezeigt wird. Klein geht den Fragen nach: Wie tritt Zorn in den Gesichtern von Menschen in Erscheinung? Wie wirkt Zorn, wenn man ihn aus allernächster Nähe, einer geradezu intimen Distanz, betrachtet? Die Serie umfasst 55 Porträts prominenter Persönlichkeiten wie Dietmar Bär, Meret Becker, Anke Engelke, Peter Lohmeyer, Roger Willemsen und Ranga Yogeshwar. Die Porträtierten zeigen sich in einer intimen und entfesselten Art, die im Alltag und in der Öffentlichkeit normalerweise vermieden wird. Das Projekt „Zorn“ steht unter Schirmherrschaft von Amnesty International.

Weil zur Philosophie des Hauses gehört, Arbeiten bekannter Größen und Projekte mit einem experimentellen Charakter miteinander zu verbinden, kommen zudem Gäste nach Monschau, die kreative Prozesse in der zeitgenössischen Kunst sichtbar machen werden: Vom 6. Oktober bis zum 22. Oktober zieht der deutsche Bildhauer und Kunstprofessor Thomas Rentmeister für drei Wochen mit seiner Klasse im KuK ein. 24 Studierende der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig sollen im Vorfeld gemeinsam neue Arbeiten speziell für die Räumlichkeiten im KuK konzipieren.

Die Arbeiten des amerikanischen Fotografen Elliott Erwitt, dem „Woody Allen der Fotografie“ werden zum Abschluss des Jahres vom 26. Oktober bis zum 21. Dezember präsentiert. 150 seiner Werke aus einem halben Jahrhundert fotografischen Schaffens sind dann in Monschau zu sehen.

Elliott Erwitt verkörpert einen Typus von Fotograf, den es kaum noch gibt. Einen, der sein Herz nahe am Auge hat und damit etwas sieht, was wir alle oft übersehen: die kleine Komik und kleine Leidenschaft des Alltags, die winzigen Momente, in denen Gesten und Mienen mehr sagen als tausend Worte. In einer Welt der schnellen TV-Bilder und der digital geschönten Bildkomposition in Werbung und Mode geben Erwitts Arbeiten dem Medium Foto noch einmal seine ursprüngliche Kraft zurück. Schnappschüsse, die sich beim Blättern im Katalog als Mosaiksteine der Wirklichkeit erweisen.

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