300 Schulpsychologen in NRW helfen bei Konflikten

Von: Korrespondent Jan Filipzik, ddp-nrw
Letzte Aktualisierung:
Schulpsychologin Anja Niebuhr/ Menschen in NRW
Bieten Hilfe für Lehrer, Schüler und Eltern in Konfliktfällen: Der Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Düsseldorf, Stefan Drewes, und Schulpsychologin Anja Niebuhr. Foto: ddp

Düsseldorf. Auf den ersten Seiten des dicken Buches sind die quadratischen, rot-weißen Schaubilder noch recht einfach aufgebaut. Das ändert sich auf den folgenden Seiten rasch, die Formen werden immer komplexer. Mithilfe von neun kleinen Würfeln lassen sich die Muster nachbilden.

„Mit diesem Test können wir die Intelligenz und die räumliche Wahrnehmung der Schüler überprüfen”, erklärt Schulpsychologin Anja Niebuhr. Seit vier Jahren berät sie im Auftrag der Stadt Düsseldorf Lehrer, spricht mit Schülern und Eltern, hält Fortbildungen ab und besucht einzelne Unterrichtsstunden.

Die Arbeit der knapp 300 Schulpsychologen in NRW ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ereignisse wie der Amoklauf in Winnenden oder die Probleme an der Berliner Rütli-Schule rufen die Schulpsychologen auf den Plan.

Doch ihre Arbeit umfasst weitaus mehr Aufgaben, als den Umgang mit problematischen Schülern und das Thema Gewaltprävention. „Neben der individuellen Beratung der Schüler und ihrer Eltern unterstützen wir vor allem auch die Schulen selbst, zum Beispiel indem wir an Konferenzen teilnehmen, mit Lehrergruppen arbeiten oder einzelne Lehrer gezielt coachen”, erklärt Stefan Drewes, Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Düsseldorf.

Anja Niebuhr, selbst Mutter von drei Kindern, ist zurzeit für zwölf Schulen in Düsseldorf zuständig. Mindestens zwei Tage in der Woche verbringt sie dort, an den anderen Tagen arbeitet sie in ihrem Büro am Hauptbahnhof, wo sie Hilfesuchende berät. „Oft geht es dabei um Fragen wie: Warum sind die Schüler im Unterricht so unkonzentriert? Wie schafft es der Lehrer, sie wieder einzubinden?”

Allein in Düsseldorf bearbeiten die insgesamt 20 Schulpsychologen rund 2000 Fälle pro Jahr. Die Schwerpunkte liegen dabei vor allem in den Grund-, Haupt- und Gesamtschulen, aber auch in den anderen Schulformen sind die Schulpsychologen beratend tätig.

Wie wichtig die Arbeit der Schulpsychologen ist, bestätigt Ulf Rödde, Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Die Arbeit der Psychologen ist erstreckt sich über ein großes und differenziertes Aufgabenfeld.” Dabei sei es leider so, dass in manchen Städten immer noch zu wenige Fachkräfte im Einsatz seien. Besonders viel Andrang gibt es bei den Psychologen jedes Jahr kurz nach dem Beginn des neuen Schuljahres. „Etwa vier Wochen nach Ferienende fordern viele Schüler, Lehrer und Eltern unser Angebot ein”, erklärt Stefan Drewes. Dann haben es die Psychologen vor allem mit Kindern zu tun, die etwa Probleme mit der neuen Arbeitsweise auf der weiterführenden Schule haben, oder auch mit der Einschulung nicht zu Recht kommen.

„Meine Arbeit ist wirklich sehr vielseitig”, sagt Anja Niebuhr. Dabei kommt es auch immer wieder vor, dass die Schüler an andere Stellen vermittelt werden, wenn sie merkt, dass sie nicht die richtige Ansprechpartnerin ist. „Wichtig ist, mit vielen anderen Stellen wie Ärzten, Beratungsstellen und der Jugendhilfe bei Bedarf gemeinsam zu arbeiten”, sagt die 38-Jährige.

Nachdem das Land NRW die Zahl der Schulpsychologen in der Vergangenheit wieder aufgestockt hat, gibt es mittlerweile in jeder Stadt oder Kreis mindestens einen Schulpsychologen. Eine Karte mit den Adressen der Schulpsychologen in ganz Deutschland gibt es im Internet.
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