180 Meter neue Brücke werden komplett eingeschoben

Von: Heiner Hautermans
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Saubere Stadt: Mit der Sanierung der Noorderbrug soll der Verkehr komplett um Maastricht herum geleitet werden. Foto: Andreas Steindl

Maastricht. Mehr als eine Milliarde Euro fließen in Maastricht in zwei Infrastrukturprojekte, die die Lebensqualität in weiten Teilen der Stadt verbessern sollen. Das größere von beiden ist der in Europa einzigartige doppelstöckige Tunnel der A2, immerhin 2,3 Kilometer lang und insgesamt fast eine Milliarde Euro teuer.

Obwohl im Dezember fertiggestellt, kommt es vor dem spektakulären Bauwerk mit dem Namen König-Willem-Alexander-Tunnel immer noch zu Staus, weil die oberirdischen Anschlüsse noch nicht vollendet sind und die neue Verkehrsführung der Gewöhnung bedarf. Bis Mitte dieses Jahres soll es noch dauern, bis der Verkehr ungestört fließt.

Doch schon gibt es eine neue Superbaustelle in der limburgischen Provinzhauptstadt, nur wenige Kilometer vom nagelneuen Doppeltunnel in Ost-West-Richtung entfernt: die teilweise Erneuerung und Renovierung der maroden Noorderbrug über die Maas, errichtet im Jahre 1984. Die dringend notwendige Überholung dieses Teils der Ringverbindung in Richtung Belgien wird bis zur endgültigen Fertigstellung 2018 knapp 170 Millionen Euro kosten.

Auch diesmal handelt es sich um eine in den Niederlanden noch nicht angewandte Methode: Ein 180 Meter langer Abschnitt der insgesamt 1000 Meter langen Brücke wird parallel zu der vorhandenen errichtet und Mitte des Jahres komplett (samt der Pfeiler) auf glatten Stahlplatten eingeschoben und so die alte Brücke, die dort abgebrochen und zerkleinert wird, ersetzen.

So kann die Beeinträchtigung des Verkehrs auf dem viel befahrenen Stück (50.000 Fahrzeuge pro Tag) möglichst geringgehalten werden – erforderlich ist dafür allerdings eine zweiwöchige Sperrung Mitte August.

Die Sommerferien hat man gewählt, weil dann weniger Betrieb auf den Straßen herrscht, außerdem werden Umleitungen eingerichtet und die Autofahrer gebeten, auf Busse oder Fahrräder umzusteigen, was finanziell belohnt werden soll. Anfangs wollte man noch einen 300 Meter langen Bypass auf einer Behelfsbrücke legen, doch da wären die Behinderungen größer gewesen und hätten vier Monate gedauert.

Im Anschluss an die neue Brücke wird die Trasse für die Verbindung in Richtung Belgien verschwenkt, so dass die Innenstadt von Maastricht von Abgasen und Lärm entlastet und ohne störende Schnellstraße um das Sphinx-Quartier erweitert werden kann. Die Arbeiten für das kühne Vorhaben der Ingenieure sind schon in vollem Gange, so wurden schon eine Reihe von Pfeilern errichtet. Ab März wird die Fahrbahndecke auf dem stehenbleibenden Brückenteil erneuert, dadurch kommt es ebenfalls zu Verengungen der Fahrbahn und Behinderungen.

Für den etwa 600 Meter neuen Abschnitt müssen bis zu 120 Tonnen schwere und 47 Meter lange Betonträger per Schiff herbeigeschafft werden. Sie werden im mehr als 100 Kilometer entfernten Oosterhout angefertigt, für die drei Monate andauernden und insgesamt 432 Mammuttransporte zu Lande müssen zwischen dem Beatrixhafen und ihrem Bestimmungsort im Norden von Maastricht unter anderem Laternenpfähle und Leitplanken entfernt werden.

Auf der Noorderbrug selbst dürfen die Kolosse nur in der Mitte transportiert werden, dort ist nämlich die Tragfähigkeit größer. Die gewaltigen Betonelemente unterscheiden sich in Länge und Breite und werden wie ein Puzzle auf die insgesamt 16 neuen Pfeiler gelegt.

Ende 2018 wird das ambitionierte Verkehrsprojekt vollendet ist und alle Anschlüsse an das veränderte Verkehrsnetz fertiggestellt sind. Die Noorderbrug wird dann sechs Fahrspuren plus Rad- und Fußwege aufweisen.

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