Aachen/Köln/Bonn - 171 Straftaten, 500.000 Euro Schaden: Einbrecherbande gefasst

171 Straftaten, 500.000 Euro Schaden: Einbrecherbande gefasst

Von: red
Letzte Aktualisierung:
5146774.jpg
Der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis ist ein großer Schlag gegen eine Einbrecherbande gelungen. Symbolbild

Aachen/Köln/Bonn. Der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis ist ein großer Schlag gegen eine Einbrecherbande gelungen: Die Gruppe ist vermutlich für rund 171 Straftaten verantwortlich, bei denen sie einen Schaden von einer halben Million Euro anrichteten - unter anderem auch in Baesweiler, Jülich und Düren. Nun sitzen vier Verdächtige in Haft.

Ausgangspunkt für die monatelangen Ermittlungen gegen die Bande war ein Ende November 2012 begangener Einbruch in Leichlingen. Zwei aufmerksame Zeuginnen hatten damals unabhängig voneinander drei hastig die Straße entlanglaufende Personen beobachtet, die kein Deutsch sprachen und in einen dunklen Kombi mit auswärtigem Kennzeichen einstiegen. Das Fahrzeug verließ die Straße anschließend mit hohem Tempo.

Eine eingeleitete Fahndung nach dem Fahrzeug, dessen Kennzeichen abgelesen werden konnte, verlief zunächst erfolglos. Kurz darauf ergaben intensive Ermittlungen jedoch, dass das Auto über ein Internetportal zum Verkauf angeboten und bereits zwei Wochen zuvor verkauft worden war. Der Fahrzeugkäufer hatte zur Abwicklung des Geschäftes einen gefälschten, italienischen Reisepass vorgelegt.

Der Wagen wurde nach der Tat in Leichlingen dann auf einen Scheinhalter zugelassen und mit Kennzeichen eines anderen Zulassungsbezirkes versehen. Die anschließenden Ermittlungen in den Kreispolizeibehörden deuteten schnell auf einen Serie einer überörtlich agierenden Tätergruppe hin.

Im Februar 2013 wurde daraufhin die Ermittlungsgruppe „Nonne“ eingesetzt. Die Ermittlungen führten schließlich zur Identifizierung einer Bande, deren Mitglieder aus Serbien stammen. Ein 17-jähriges Mitglied hatte seinen Wohnsitz in Köln und mindestens vier weitere hielten sich als Touristen in der Domstadt auf, wo sie bei Verwandten wohnten.

In Zusammenhang mit zwei Wohnungseinbrüchen in Langenfeld im Dezember 2012 wurde am Täterfahrzeug ebenfalls ein auswärtiges Kennzeichen abgelesen - und entsprechende Ermittlungen ergaben, dass auch ein in Pulheim lebendes Ehepaar zur Bande gehörte. Es handelt sich dabei um einen 60-jährigen in Köln geborenen Deutschen und seine 40-jährige Ehefrau aus Serbien. Der Mann fuhr die Serben mit seinem Fahrzeug zu den verschiedenen Tatorten. Dort begingen die Beschuldigten dann ihre Wohnungseinbrüche.

Bereits im März wurden mit starken Polizeikräften sieben Personen beim Betreten ihres Unterschlupfes in Köln festgenommen. Vier Beschuldigte wurden dem Haftrichter vorgeführt, der umgehend Untersuchungshaft anordnete. Hierbei handelt es sich um drei der serbischen Touristen und den 17-Jährigen. Die drei weiteren Personen wurden mangels Tatverdachts und aufgrund fehlender Haftgründe auf freien Fuß gesetzt.

Im Anschluss an die Festnahme wurden die genutzten Wohnungen durchsucht: Es wurde Beute - Schmuck, Uhren, Handys, Laptops, Tablet-PCs - sichergestellt. Mitte April 2013 wurden Durchsuchungsbeschlüsse in weiteren Wohnobjekten vollstreckt: Auch hier konnte umfangreiche Tatbeute sichergestellt werden. Darunter befinden sich zwölf Armbanduhren, Mobiltelefone, insgesamt 19 Laptops, Netbooks und Tablet-PCs, mehrere Spielekonsolen sowie diverser Schmuck. Mehrere dieser Asservate wurden bereits aus Wohnungseinbruchsdiebstählen stammend identifiziert und geschädigten Eigentümern zugeordnet.

Die festgenommenen Bandenmitglieder haben keine Aussagen bei der Polizei gemacht. Sie sind dringend verdächtig im Rheinisch-Bergischen Kreis Einbrüche in Bergisch Gladbach (11), Rösrath (7), Overath (1), Odenthal (1), Burscheid (1) und Leichlingen (1) begangen zu haben.

Überregional aktiv waren sie in Troisdorf (2), Siegburg (6), Hennef (7), Sankt Augustin (9), Hürth (2), Pulheim (8), Erftstadt (2), Frechen (1), Meerbusch (4), Dormagen (2), Grevenbroich (1), Langenfeld (8), Mettmann (6), Ratingen (5), Weilerswist (2), Euskirchen (3), Düren (2), Jülich (1), Inden (1), Baesweiler (4), Bonn (28), Bornheim (4), Köln (29), Leverkusen (3), Düsseldorf (2) und Remscheid (7). Da die einzelnen Taten bereits ermittelt wurden, stehen die Geschädigten fest. Ihnen wird eine CD der Polizei mit Fotos der sichergestellten Sachen zugesandt, um ihnen auf dieser Grundlage zu ermöglichen, ihr Eigentum zu identifizieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert