16-Jährige aus Angst vor Anzeige getötet

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Niederzissen/Köln. Aus Angst vor einer Anzeige wegen sexueller Belästigung hat ein Mann ein 16 Jahre altes Mädchen erwürgt. Die Leiche des Opfers war Mitte Oktober bei Niederzissen (Rheinland-Pfalz) entdeckt worden.

Die Polizei nahm den 35-jährigen Kölner am Montag fest. Er habe die Tat gestanden, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag mit. Das Verbrechen soll in einer Wohnung in Köln geschehen seien. Ein Richter des Amtsgerichts Koblenz erließ Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts, der 35- Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Die 16-Jährige, die ohne festen Wohnsitz war, hatte nach bisherigen Erkenntnissen am 13. Oktober Kontakt zu dem Mann aufgenommen. Sie war auf der Suche nach einer Unterkunft für einige Zeit. Bei einem ersten Treffen soll der 35-Jährige versucht haben, sich der Jugendlichen sexuell zu nähern. Bei einem zweiten Treffen kurz darauf soll er das Mädchen dann erwürgt haben - nach eigenen Angaben aus Angst, dass die 16-Jährige wegen der sexuellen Annäherungsversuche Anzeige erstatten könnte.

Der Mann schaffte die Leiche dann ins etwa 70 Kilometer entfernte Niederzissen, wo sie am 14. Oktober auf einem Feld nahe der Autobahn 61 entdeckt wurde. Der Mann ist den Angaben zufolge wegen kleinerer Vermögensdelikte vorbestraft.

Die als Problemkind eingestufte 16-Jährige, die aus schwierigen Familienverhältnissen stammte, sollte auf Antrag des Jugendamtes in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden. Der Antrag blieb allerdings Ende 2008 im Kölner Amtsgericht versehentlich unbeachtet, weil er in eine falsche Akte einsortiert wurde.

Die Ermittlungen waren nach dem Fund der Leiche nur mühsam in Gang gekommen, weil die Identität der Toten lange Zeit unklar war. Erst zum Geburtstag der Jugendlichen wurde ihr Verschwinden bemerkt, am 19. November meldete ihre Mutter sie als vermisst. Ein DNA- Abgleich brachte schließlich Gewissheit. Danach konnten die Ermittler das Umfeld der 16-Jährigen beleuchten. Dabei stießen die Beamten auf die Spur des 35-Jährigen, der die Jugendliche nach eigenen Angaben „vom Sehen” kannte.
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