1000 Trauernde zu Mircos Gedenken erwartet

Von: dpa
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Trauer um Mirco
Zum Gedenkgottesdienst für den kleinen Mirco werden an diesem Donnerstag gut 1000 Trauernde im niederrheinischen Städtchen Grefrath erwartet. Foto: dpa

Grefrath/Krefeld. Zum Gedenkgottesdienst für den kleinen Mirco werden an diesem Donnerstag gut 1000 Trauernde im niederrheinischen Grefrath erwartet. Freunde, Nachbarn und Mitschüler wollen an den Zehnjährigen erinnern, nachdem sein mutmaßlicher Mörder seit vergangener Woche in Untersuchungshaft sitzt.

Die Anteilnahme sei enorm groß, sagte der evangelische Pfarrer Hartmut Boecker am Mittwoch. Auch aus der Schweiz und Österreich signalisiere manch einer Mitgefühl. Die Familie des Jungen wird voraussichtlich nicht an dem Gottesdienst teilnehmen.

„Der Fall hat viele Menschen traurig gemacht, obwohl sie Mirco gar nicht kannten”, sagte Boecker. Auch wenn Mircos Familie nicht bei dem Gottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche dabei sein werde, könne sie Kraft daraus schöpfen. „Ich glaube schon, dass die Familie die Anteilnahme sieht und davon berührt ist”, sagte der Pfarrer, der die Gedenkfeier mitorganisiert.

Für die nordrhein-westfälische Landesregierung wird Medienministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) in Grefrath sein. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) könne wegen der Plenumsdebatte im Düsseldorfer Landtag nicht teilnehmen, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei.

Der geständige Olaf H. wird weiter vernommen, wie der Krefelder Oberstaatsanwalt Klaus Schreiber sagte. Der Mann habe mittlerweile einen neuen Rechtsbeistand, nachdem zuvor die Anwältin des 45- Jährigen hingeworfen hatte. Wann der Fall vor Gericht geht, ist bisher unklar. „Wir sind bemüht, so schnell wie möglich Anklage zu erheben”, sagte Schreiber.

Derweil sucht die Polizei in Mönchengladbach nach einem Leck in den eigenen Reihen. Bei dem am Mittwoch von einer Boulevardzeitung veröffentlichten Foto des Tatverdächtigen Olaf H. handele es sich um ein Polizeifoto, teilten die Ermittler mit. Offensichtlich habe ein Polizist das Bild aus einer internen Datenbank heruntergeladen und weitergeleitet - obwohl er das nicht durfte.

„Ein solches Verhalten ist strafrechtlich als Geheimnisverrat zu werten”, erläuterte der Leiter der Direktion Kriminalität beim Polizeipräsidium Mönchengladbach, Ulrich Flocken.

Der zuvor unbescholtene Familienvater soll Mirco aus Frust über seinen Job getötet haben. Der Telekom-Mitarbeiter war am Abend des 3. September 2010 zufällig auf den Jungen getroffen, als er in der Grefrather Gegend umherfuhr.

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