1000 Aktivisten wollen Tagebau lahmlegen

Von: Marlon Gego und Thorsten Pracht
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Das Klimacamp: Auf einer Wiese in Erkelenz-Lützerath – nahe dem Tagebau Garzweiler – stehen die Zelte.

Erkelenz/Köln. Die für das kommende Wochenende geplante Großdemonstration im Rheinischen Braunkohlerevier wird deutlich kleiner als ursprünglich geplant. Das teilte das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ am Mittwochnachmittag in Köln mit.

Statt wie kürzlich angekündigt alle drei Tagebaue im Rheinischen Revier drei Tage lang lahmzulegen, werde sich die Demonstration auf den Tagebau Garzweiler konzentrieren, wie zwei Sprecher des Bündnisses erklärten. Nach Informationen unserer Zeitung werden wegen der angekündigten Proteste mehr als 1200 Polizisten am Wochenende im Einsatz sein.

Der geänderte Plan der Aktivisten sieht nun vor, den Tagebau Garzweiler am frühen Samstagmorgen mit etwa 1000 Aktivisten zu besetzen. Einige von ihnen seien bereits an Protestaktionen gegen Castortransporte und beim G8-Gipfel dabei gewesen. Die Bündnissprecher betonten, „dass keinerlei Eskalation geplant ist, dass nichts beschädigt und niemand verletzt wird“. Allerdings teilte RWE am Mittwoch mit, dass am Hambacher Forst am Mittwoch „30 bis 40 vermummte Aktivisten ein Team des RWE-Werkschutzes mit Steinen angegriffen“ habe. Ein Mitarbeiter habe vom Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Die „Ende Gelände“-Organisatoren distanzierten sich von dem Vorfall. Welcher Gruppe die Angreifer zuzurechnen sind, blieb am Mittwoch unklar.

Am Samstag soll es im Tagebau Garzweiler friedlicher zugehen. Die Aktivisten kommen mit Musik und Gauklern und möchten mit Sitzblockaden die Infrastruktur des Tagebaus stilllegen. Dass die Tagebaue Inden und Hambach von den Protesten betroffen sein werden, sei anders als ursprünglich angekündigt nicht mehr geplant, „aber auch nicht auszuschließen“, erklärten die Bündnissprecher. Gegen 14 Uhr soll in Erkelenz-Immerath parallel eine Demonstration gegen den Braunkohleabbau stattfinden. RWE plant, die Bagger in seinen Tagebauen großräumig einzuzäunen, um den Aktivisten den Zugang zu erschweren und ohne Unterbrechung weiter arbeiten zu können. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte ein Sprecher des Energiekonzerns.

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