Zwei Würselener servieren Überraschungsmenüs beim „Perfekten Dinner“

Von: Beatrix Oprée
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Sind auf den Zusammenschnitt der vielen Filmaufnahmen selbst gespannt: Ulla Kronenberg... Foto: B. Oprée
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...und Helmut Ketteniß kochen leidenschaftlich gerne. Foto: B. Oprée

Würselen. „Zum Glück wurde man ja immer mit dem Taxi nach Hause gebracht!“ Fünf Hobbyköche aus der Aachener Region bestreiten in der kommenden Woche den Vox-Klassiker „Das Perfekte Dinner“. Und wenn man den beiden Würselener Teilnehmern glauben darf, so wurde jeden Abend jeder der drei Gänge ordentlich begossen. Und dabei „wirklich wirklich“ viel gelacht, wie Ulla Kronenberg berichtet.

Trotz des Riesenaufwands, mit dem jede der Folgen abgedreht wurde. Über zehn Leute zählte das Produktionsteam, da wurde es auch in Ullas moderner Neubauküche richtig eng. „Überall stehen Kameras, jeder Handgriff wird aufgenommen, und man ist den ganzen Tag verkabelt“, berichtet Ulla, die von ihrem Mann Andreas am Herd tatkräftig unterstützt wurde.

Das Wohnzimmer wurde umgeräumt, die Fenster abgeklebt, selbst das Badezimmer war mit Equipment vollgestopft. Morgens um 8 Uhr begannen die Vorbereitungen, um 10 Uhr kam die Videobotschaft mit der zu kochenden Menüfolge. „Dann kriegt man Schnappatmung“, erinnert sich Ulla. Denn für die „Wunschmenü“-Ausgabe des „Perfekten Dinners“ herrschten erschwerte Bedingungen: Zwar hatte jeder ein dreigängiges Lieblingsmenü zusammenstellt, doch wer der fünf Koch-Kontrahenten es zubereiten musste, entschied das Los.

„Kartoffel-Sellerie-Süppchen mit Reibeküchlein und Lachstatar, mallorquinisches Kaninchen in Brandy-Soße sowie gebackene Birnen in weißer Schokolade“ lautete Ullas Kreation. Wer es schließlich umsetzte und wie es gemundet hat, darf sie natürlich noch nicht verraten.

Was für den Fernsehzuschauer immer so locker daherkommt, ist das Ergebnis akribischer Dreharbeit, selbst der Lebensmittel-Einkauf im Supermarkt. Was von unzähligen Aufnahmen letztlich im Fernsehbeitrag übrig geblieben ist, wird auch für die Teilnehmer eine Überraschung sein.

Ulla Kronenberg, Ur-Würselenerin, wie sie sagt, hat 17 Jahre in Kohlscheid gelebt und ist vor rund zwei Jahren „heimgekehrt“. Kochen ist eine Leidenschaft der Lohn- und Finanzbuchhalterin, die auch Sohn Tyrone und Stiefsohn Florian sehr zu schätzen wissen, wenn sie alle 14 Tage zum Jour fixe bei „Muttis Hausmannskost“ eintrudeln. Ullas persönliches Lieblingsgericht?

„Ich mag es bodenständig“, sagt sie: „Möhrengemüse mit Frikadellen.“ Kochbücher finden sich in ihrem schmucken Haus eher wenige, vielmehr Backrezepte: „Jeden Freitag backe ich fürs Wochenende und probiere immer etwas Neues aus – ohne Kuchen kann mein Mann nicht sein“, erzählt die sympathische 56-Jährige und lacht. Ulla Capellmann, so ihr Mädchenname, ist in Würselen keine Unbekannte: „Sind Sie nicht ...?“, wird sie oft angesprochen.

Denn Ulla ist erfolgreiches Double – mit Andrea Berg, Tina Turner, Vicky Leandros und sogar Nana Mouskouri im Repertoire. „Ein Zelt mit 1000 Leuten kann ich zur Kirmeszeit schon aufmischen“, erzählt sie von ihrer zweiten Passion als Schlagerinterpretin, die im Moment aus familiären Gründen allerdings zurückstehen muss.

„Zwiebelkuchen mit Federweißem, Lammkarree mit gratinierter Folienkartoffel und grünen Bohnen mit Nußbutter, gekrönt von lauwarmer Zabaione und einer Variation von Käse“ war die Komposition, die Helmut Ketteniß in die Lostrommel warf.

Seine Frau Iris hatte ihn heimlich bei Vox angemeldet und reichte ihm eines Tages das Handy mit einer Telefonnummer: „Hier sollst du mal anrufen.“ Völlig unverdächtig war für Helmut die Kölner Vorwahl. Als Disponent eines Aachener Abschleppunternehmens hat er des öfteren mit Versicherungen auch aus der Domstadt zu tun. Dann aber meldete sich „Daniel vom perfekten Dinner“: „Das sind so Momente, da ist man froh, kein Bildtelefon zu haben“, sagt der 49-Jährige lachend.

Kochen – am liebsten chinesisch, thailändisch oder mediterran – ist der angenehme Ausgleich zu seinem Alltag mit dem „tollen Job und den verrückten Arbeitszeiten“, wie Helmut sagt: Von 17 bis 20 Uhr ist er im Büro präsent, dann hat er bis 7 Uhr morgens Bereitschaft – dazu jedes zweite Wochenende. „Wir sind Sichersteller der Polizei“, erläutert er. Wann immer es gilt, einen Unfallwagen oder etwa ein behinderndes Fahrzeug wegzuräumen, muss ein Abschleppwagen ausrücken. „Darüber hinaus melden sich Fahrer, die ihr abgeschlepptes Auto abholen wollen, oder Versicherer, deren Kunden eine Panne haben.“

Alle diese Einsätze müssen koordiniert werden, Helmut ist dafür zuständig. Umso mehr genießt er sein „entschleunigtes Leben“ in Bardenberg, wo der gebürtige Aachener seit Anfang des Jahres mit seiner Familie wohnt. Sein Lieblingsgericht? „Cordon bleu mit einer guten Kartoffel vom Bauern“, schwärmt er. Und ansonsten? „Jetzt warte ich auf eine Zusage bei der Küchenschlacht.“

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