Zwei Nationalitäten, ein Team: Eurode-Mannschaft schreibt Erfolgsstory weiter

Von: Daniel Gerhards
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Gemeinsam eine Menge Spaß beim Kicken: Das Team Eurode mit Trainer Wilfried Milles (r.). Foto: Gerhards

Herzogenrath/Kerkrade. Flanke vor das Tor. Dann springt Frederik Garms hoch und köpft ins Netz. Das ist das 1:0 für sein Team gegen Grenzwacht Pannesheide. In der Mannschaft des 13-jährigen Frederik aus Eygelshoven spielen deutsche und niederländische Kinder gemeinsam.

Und nach dem sehenswerten Kopfballtor im Spitzenspiel des D-Jugend-Eurode-Cups liegen sich deutsche und niederländische Kicker zum gemeinsamen Jubel in den Armen.

Vor sechs Jahren startete das Team Eurode beinahe als Notlösung. Da beim ersten Eurode-Cup ein Team fehlte, stellten die Turnierorganisatoren Ralf Klohr und John Heckman ein Team aus deutschen und niederländischen Spielern zusammen. Heute hat das binationale Team schon eine kleine Erfolgsgeschichte.

Kinder aus Kerkrade und Herzogenrath spielen gemeinsam für ihre Region - das könnte helfen Vorurteile und alte Rivalitäten abzubauen. „Sowas kann man nur befürworten”, sagt Karl-Heinz Witt, Vize-Präsident des Fußballverbands Mittelrhein. „Die sportliche Rivalität in Ehren, aber es wird auch zu viel dort hineininterpretiert. Eine Trennlinie entlang der Grenze sollte es nicht geben, besonders nicht bei den Kindern.”

Unter den Kindern gibt es keine Vorbehalte. Zwischen ihren Turnierspielen auf dem Eurode-Cup kicken sie gemeinsam am Rand oder sehen sich die Spiele der kommenden Gegner an. „Das macht eine Menge Spaß zusammen zu spielen. Es klappt wirklich gut”, sagt Frederik Garms.

Eurode-Captain Marc Milles schnürt seine Schuhe normalerweise für den Kohlscheider BC. Trotzdem steht der Torwart auch gerne für das Team-Eurode zwischen den Pfosten.

„Am Anfang war die Sprache schon ein Problem. Aber das klappt immer besser. Wir wollen einfach spielen.” Das beobachtet auch Ralf Klohr am Spielfeldrand. „Die Jungs spielen einfach Fußball, ohne großartige Taktik.”

Eurode-Coach Wilfried Milles hat einige Trainingseinheiten mit den jungen Kickern gemacht. Dabei haben sie sich immer mehr angenähert. „Beim ersten Kontakt war die Sprache schon noch ein Hindernis.” Nach anfänglicher Zurückhaltung sind die Eurode-Kicker nun ein eingespieltes Team.

„Jetzt läuft es hervorragend.” Nicht nur zwischenmenschlich bringt das Zusammenspiel die deutschen und niederländischen Kinder weiter, auch sportlich ist das eine gute Mischung. Milles: „Das ist die optimale Kombination aus deutscher Abwehrstärke und niederländischer Spielkunst.”

Dass es damit beim Eurode-Cup nur zum achten Platz reichte, ist halb so schlimm. Denn Gewinnen steht beim Team Eurode nicht an erster Stelle. Und trotzdem fehlten nur drei Punkt zum Turniersieg.
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