Zwei Jahre lang Bau der Kapelle dokumentiert

Von: Nadine Tocay
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Zwei Jahre lang dokumentierte der Künstler Algirdas Milleris den Bau der Barbara-Kapelle mit seiner Kamera, nun stellt er seine Fotos im Rahmen der Veranstaltungsreihe „25 Jahre nach dem Bergbau – Alsdorf entdeckt sich neu“ aus. Foto: Nadine Tocay

Alsdorf. Mehr als zwei Jahre hat der Bau der Kapelle zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute, der heiligen Barbara, auf dem Gelände der ehemaligen Grube Anna gedauert, ehe sie im August 2014 fertigstellt worden ist. Die ganze Zeit über war ein Mann regelmäßig vor Ort und dokumentierte die Errichtung des etwa vier Meter hohen Rondells, das nach den Plänen des 2011 verstorbenen Künstlers Prof. Ludwig Schaffrath errichtet wurde, mit Fotos: der Aachener Fotograf Algirdas Milleris.

22 Werke aus dieser Zeit stellt der gebürtige Litauer ab Sonntag im Schaffrathhaus bei einer Ausstellung mit dem Titel „Schaffrath und die Barbara-Kapelle“ aus. „Ludwig Schaffrath und ich haben uns gut gekannt. Wir haben mal an einem Projekt in Jülich zusammengearbeitet, und ich habe oft Fotos für ihn gemacht“, erzählt der Mann mit den rund gefassten Brillengläsern und dem schwarzen Barett.

Mit der Dokumentation des Baus wollte er seine Wertschätzung für den verstorbenen Künstler ausdrücken. Milleris, der in Hamburg an der Fachschule für Fotografie seine Ausbildung zum Fotografen machte, war schon immer fasziniert vom Bergbau.

Wo der Ursprung dieser Faszination liegt, daran kann sich der Mann, der sein Alter lieber geheim halten möchte, noch gut erinnern. „Ich bin vor vielen, vielen Jahren – damals noch mit meinem 16-Millimeter-Film – auf Kohlehalden hochgekrabbelt“, berichtet er. „Der Dampf und die Industrie, die man dort beobachten konnte, all die Details, haben mich gefesselt. Ich musste sie festhalten“, erzählt der Fotograf.

Irgendwann sei er dann unter den Bergleuten in Alsdorf so bekannt gewesen, dass er sogar während des alltäglichen Betriebs der Grube Fotos machen durfte. „Ich war sogar mit unter Tage“, schildert er stolz. Um sechs Uhr morgens habe die erste Schicht der Bergleute angefangen, dann sei auch er da gewesen. Gestellt sind seine Bilder nie.

Er habe immer auf den richtigen Moment gewartet, um mit seiner Hasselbladkamera – die beste, wie er sagt – abzudrücken. „Während der Dokumentation des Baus der Kapelle bin ich oft früh morgens rausgefahren, um noch den Nebel einfangen zu können“, erläutert er. Dies erzeuge eine mystische Atmosphäre auf den Bildern. Bei der Auswahl des Motivs sei es wichtig, nur wenige Dinge in den Fokus zu rücken.

Während des Bauprozesses entstand eine Mischung aus Detailbildern und Totalen. „Diese Kombination erzeugt eine Spannung“, findet er. Um die Authentizität der Fotos zu bewahren, entwickelt Milleris in seinem eigenen Labor ausschließlich Bilder in Schwarz-Weiß. „Das ist die Urform der Fotografie. Die Kontraste kommen dort wunderbar zur Geltung und nichts ist verfälscht“, betont er.

Damit seine Werke auch außerhalb von Ausstellungen zugänglich sind, hat er bereits einige Bildbände veröffentlicht, unter anderem „Die Schwarze Barbara – eine Schutzpatronin des Aachener Reviers“. Dort sind auch viele Fotos aus der Bauzeit der Kapelle enthalten. Die Vernissage findet am Sonntag, 5. März, um 12.30 Uhr an der Theodor-Seipp-Straße 118 statt. Zur Begrüßung wird der Knappenchor St. Barbara singen.

Die Ausstellung ist Samstag, 11. und 18. März, von 16 bis 18 Uhr sowie Sonntag, 12. und 19. März, von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. Am Samstag, 18. März, ist der Künstler anwesend.

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