Zwei Gotteshäuser werden dicht gemacht

Von: Stefan Schaum
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Nur in einer Kirche geht es weiter: Das Gebäude an der Albrecht-Dürer-Straße in Alsdorf-Mitte will die evangelische Kirchengemeinde Alsdorf sanieren und weiter betreiben. Foto: Stefan Schaum
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Das Aus für die Immanuelkirche in Busch ist beschlossene Sache. Foto: Stefan Schaum
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Auch die Paul-Gerhardt-Kirche in Ofden wird dicht gemacht. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Wer keine Alternativen hat, muss nicht mehr lange zögern: Nur noch das Kirchengebäude in Mitte wird die Evangelische Kirchengemeinde Alsdorf aufrechterhalten. Die Schließung der Paul-Gerhardt-Kirche (Ofden) und Immanuelkirche (Busch) wurde am Sonntag zunächst hinter verschlossenen Türen bei einer Gemeindeversammlung verkündet.

Tränen habe es dort nicht gegeben, sagt einer, der dabei war. Stattdessen sei sogar ein zaghafter Optimismus spürbar gewesen. Getreu der Devise: Entweder so – oder gar nicht mehr!

„Wenn wir die beiden Kirchen nicht jetzt abstoßen, dann gehen zum 31.12. auch in der Martin-Luther-Kirche die Lichter endgültig aus“, sagte Christoph Kuckartz, Finanzkirchmeister des erst vor einem Jahr gewählten Presbyteriums. Schon damals seien die Probleme – steigende Bewirtschaftungskosten bei rückläufigen Gemeindemitgliederzahlen – offenkundig gewesen. „Doch jetzt stand uns das Wasser wirklich bis zum Hals.“

Ein jährliches strukturelles Defizit von mehr als 150.000 Euro habe keinen Spielraum gelassen, andere Pläne noch länger weiterzuverfolgen. Etwa, die Ofdener Kirche neu zu strukturieren und Platz für Kulturveranstaltungen zu schaffen oder aus einem der Gebäude eine Grabeskirche zu machen. Stattdessen sollen nun Käufer für die Flächen und Gebäude gefunden werden, die Wohnbebauungen weichen könnten. Das werde gelingen, ist Presbyteriumsvorsitzende Dorothea Gronen zuversichtlich, „schließlich ist Ofden ein beliebtes Wohngebiet“.

Das Gesicht der Kirchen soll sich bis zum 31. Dezember allerdings nicht ändern. Kuckartz: „Wir wollen die neun Monate nutzen, um einen sauberen Übergang hinzubekommen.“ Zudem werde manches der aktuell rund 3500 Gemeindemitglieder die Zeit brauchen, um die Schließung zu verdauen.

Wenngleich Pfarrerin Elisabeth Peltner betont, dass dies nicht das Aus für ein Gemeindeleben vor Ort bedeuten muss. „Wir prüfen jetzt schon, ob die Gruppen, die bislang in den Gemeindehäusern ihre Heimat hatten, in der Nähe eine neue finden können.“ In Ofden sei die nahe gelegene Kleingartenanlage eine Möglichkeit, in Busch vielleicht das Altenheim. „Wir sprechen auch mit den katholischen Gemeinden über räumliche Nutzungen.“

Welche Möglichkeiten es für das evangelische Familienzentrum neben der Ofdener Kirche gibt, bleibt abzuwarten. „Wir werden den Kindergarten erhalten“, stellt Franz-Willi Jansen, Baukirchmeister des Presbyteriums, fest. Doch ob und wann der anvisierte Ausbau zur Betreuung unter Dreijähriger kommt, sei erst einmal offen. Entsprechende Pläne seien aber „nach wie vor auf dem Weg“.

Die Summe, die nötig sein wird, um die Kirche in Mitte energetisch in den Griff zu bekommen, kann Jansen noch nicht beziffern. „Die Grundsubstanz ist zwar in Ordnung, aber durch die Bleiglasfenster zieht es schon ordentlich.“ Die komplette Außenhaut müsse auf den Prüfstand. „Diese Zahlen sind jetzt der nächste Schritt“, sagt Dorothea Gronen. Zunächst müsse der Einschnitt verkraftet sein. „Wir wollen und müssen jetzt ganz eng zusammenrücken und nach vorne schauen. Das kann auch eine Chance sein.“

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