Zusätzlicher VHS-Deutschkurs kann stattfinden

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
10727959.jpg
Sie stehen für Hilfe, die ankommt: (v.l.) Anne Pongs, Margret Eichenberg, Franz-Peter Schleibach und Angelika Mertens (alle Nedim e.V.), Jana Blaney (Leiterin VHS Nordkreis), Paul Haaren (Nedim), Vera Schneider (Verein „mehr zukunft“), Siglinde Pischka (Nedim) und Adelheid Fröhlich („Hilfe für Kinder in Ruanda“). Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Diese gute Nachricht zuerst: Der zusätzliche VHS-Deutschkurs für Flüchtlinge im Nordkreis steht. Dank der Spendenbereitschaft unserer Leser und letztlich auch des Vereins „Nedim – Alsdorfer Hilfe für Menschen“, der ganze 500 Euro zur Spendenaktion unserer Zeitung beisteuerte. So kam sogar mehr Geld als benötigt zusammen, Grundlage für noch einen weiteren Kurs.

20 Menschen können nun also ab September 100 Deutsch-Unterrichtsstunden voraussichtlich in Alsdorf wahrnehmen, wie die neue Leiterin der VHS Nordkreis, Jana Blaney, mit sichtlicher Freude berichtet.

Leser reagierten spontan

Zustande gekommen war der Spendenaufruf unserer Zeitung durch die Berichterstattung über den syrischen Flüchtling, der ein Sparbuch mit 1000 Euro Bargeld auf der Straße gefunden hatte und zusammen mit seinem Freund unverzüglich zur Polizeiwache in Alsdorf marschierte, um das Geld dort abzugeben. Der Freund berichtete am Rande, dass er für einen zweiten Deutschkurs im Moment kein Geld habe. Das wiederum bewegte unsere Leser derart, das sie sich spontan bereiterklärten, ihm diesen Kurs zu bezahlen. Die VHS war sofort zur Kooperation bereit. Nun sind es gleich 20 Flüchtlinge, die von dem großzügigen Spendenaufkommen partizipieren können.

„Die Sprache ist der Schlüssel zu allem“, sagt Jana Blaney allen Beteiligten Dank. „Wir sind glücklich, dass wir nun einen weiteren Kurs anbieten können.“ Sie gibt aber auch zu bedenken, dass grundsätzlich verstärkt Mittel akquiriert werden müssen, um in absehbarer Zeit überhaupt ausreichend Sprachkurse für die Menschen anbieten zu können, die in Deutschland Asyl beantragen. Hier bedarf es dringend einer Lösung.

Doch nicht nur Schutzsuchenden, die in unser Land kommen, zu helfen, sondern auch Bedürftigen in Krisengebieten respektive Minderheiten in ihrer angestammten Heimat zu unterstützen, ist den Machern von „Nedim“ ein großes Anliegen. Karitative und soziale Hilfe hat sich der rührige Verein zur steten Aufgabe gemacht und ist sehr erfolgreich damit.

Stattliche 22 510 Euro an Spenden haben die Akteure um Vorsitzenden Franz-Peter Schleibach im vergangenen Jahr ausgeschüttet. Und auch in diesem Jahr sind es schon wieder mehrere Tausend Euro, die für humanitäre Hilfe weiter gegeben werden können.

„Nedim“ sammelt Sachspenden vielfältiger Art, um sie bedarfsgerecht entweder unmittelbar auf die Fahrt nach Arad in Rumänien zu schicken, wo die Not in vielen Familien immer noch groß ist. Oder um sie im nach Sachthemen sortierten Flohmarkt im alten Güterbahnhof nahe dem Annapark zu verkaufen. Einmal im Monat für einen ganzen Tag und jeden Freitag für zwei Stunden öffnen die prall gefüllten Räume ihre Pforten (siehe Infobox). Ein Besuch lohnt sich. Der Verein engagiert sich auch im Kosovo, in Bosnien sowie in Alsdorf und Umgebung.

Hilfe für Kinder in Ruanda leistet seit über 25 Jahren Adelheid Fröhlich, zusammen mit Gertrud Baumann, der Witwe des früheren Schulrats Franz Baumann, der die Ruanda-Hilfe einst begründete.

Menschen Chancen geben

„Eine gute Schulausbildung ist das, was Menschen Chancen gibt“, sagt die pensionierte Rektorin der Würselener Sebastianusschule. Im kommenden Mai wird Fröhlich selbst wieder einmal nach Ruanda fahren und sich überzeugen, welche wertvolle Arbeit vor Ort geleistet wird. Kinder, die jenseits der Ballungszentren im Land leben, können die weit entfernten weiterführenden Schulen nur besuchen, wenn sie Internatsschüler werden.

Ohne Unterstützung – ein Lehrer etwa verdient gerade einmal 50 Euro im Monat – könnten dies viele Familien niemals finanzieren. Für viele ist bereits der Preis für das Petroleum in den Lampen zu hoch, die entzündet werden müssen, damit die Kinder nach Sonnenuntergang noch lernen können: Um 18 Uhr wird es in dem ostafrikanischen Staat schlagartig dunkel. 3000 Euro steuert „Nedim“ in diesem Jahr bei, um Kindern in Ruanda Zukunftsperspektiven zu geben.

Chancen auf ein besseres Leben möchte auch der Aachener Verein „mehr zukunft“ eröffnen, der sich unter Vorsitz von Vera Schneider für Roma-Familien in Bulgarien einsetzt, die dort immer noch an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und teils in bitterer Armut leben. Das Engagement ist vielfältig und reicht von der Renovierung eines Kinderheims bis zu einem Gartenprojekt. Schneider: „Roma-Familien, die immer unterwegs waren, haben in ihrer Geschichte nie gelernt, Gärten zu kultivieren.“

Nun wollen sie sesshaft werden, ein gut strukturierter garten kann einen Großteil zur Selbstversorgung beitragen. Eine überaus fruchtbare Initiative: Reichlich Paprika, Tomaten, Zucchini und mehr können in diesem Jahr geerntet und für den Winter eingeweckt werden. Vor zwei Jahren wurde ein Krankenwagen gekauft, der zwecks medizinischer Versorgung die Roma-Dörfer abfährt. Ein Gesundheitszentrum in einem Roma-Viertel wurde mit einem EKG und einem Ultraschallgerät ausgestattet. Mit weiteren 2000 Euro unterstützt „Nedim“ diese Arbeit.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert