Zum Fest ist Gänsebraten der Klassiker

Von: Margret Nußbaum
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Heribert Werden, Chefkoch mit eigenem Restaurant in Setterich, serviert seinen Kindern Klara und Henning zu Weihnachten Gänsebraten mit Maronensoße, Klößen und Rotkohl. Foto: Margret Nußbaum
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Auf Festtagstafeln der Klassiker: Gänsebraten ist aus deutschen Familien zu Weihnachten kaum wegzudenken. Foto: Imago/stock&people

Baesweiler. Zu den weihnachtlichen Traditionen gehört seit jeher das Fest-Essen. In manchen Familien kommt ein saftiger Schweinebraten auf den Tisch. Bei anderen brutzelt die Gans im Bräter. Auch Würstchen mit Kartoffelsalat, Fondue und Raclette gehören zu den beliebten Weihnachtsgerichten. Einer, der darüber bestens Bescheid weiß und die schönen alten Traditionen selber gern pflegt, ist der Euro-Toques-Chefkoch Heribert Werden.

„Euro-Toques-Mitglieder verpflichten sich per Ehrenkodex zu gesundem Essen. Wir bevorzugen saisonale und regionale Produkte und verzichten bewusst auf industriell gefertigte Hilfszutaten“, sagt er. In seinem Settericher Restaurant geht es in den vorweihnachtlichen Tagen äußerst turbulent zu. Die traditionelle Weihnachtsgans steht als Klassiker auf der Beliebtheitsskala an erster Stelle. „Sie gehört an Weihnachten einfach dazu“, erklärt Heribert Werden.

Seine Kinder – die neunjährige Klara und der vierjährige Henning – freuen sich schon auf dieses leckere Gericht, das der Papa ihnen am ersten Weihnachtstag servieren wird. „Toll, dass Papa Koch ist, da kriegen wir immer total leckeres Essen“, freut sich Klara jetzt schon. In manchen Haushalten gibt es den Gänsebraten mit Äpfeln oder Rosinen gefüllt. Heribert Werden schwört auf seine Maronensoße

„Sie bringt die nötige Süße und einen besonders feinen Geschmack“, erklärt er. Die Weihnachtsgans ist übrigens Elizabeth I. von England zu verdanken. Denn sie soll am Heiligen Abend im Jahr 1588 vor einer gebratenen Gans gesessen haben, als ihr die Nachricht vom Sieg ihrer Flotte über die spanische Armada gebracht wurde. Zur Erinnerung an diesen Sieg wurde die Gans von dort an jedes Jahr zu Weihnachten aufgetischt. Diese englische Weihnachtsgans ist dann auf ihre kontinentale Kusine, die Martinsgans, gestoßen.

Und beide Legenden – die des Heiligen Martins und die der englischen Königin – haben sich bis heute gehalten. Auch der Schweinebraten oder ein saftiger Schinkenbraten gehören zu den traditionellen Weihnachtsgerichten. Schon die Germanen verspeisten an ihrem Julfest im Dezember ein Wildschwein. Und wie die englische Weihnachtsgans hat auch der mächtige schwarze Eber des germanischen Göttervaters Odin Geschichte geschrieben. Die Menschen fürchteten sich vor Odin. Und wenn sie Schweinefleisch aßen, opferten sie dem Göttervater einen Teil ihrer Mahlzeit, um ihn mild zu stimmen.

„Wie bei der Gans passen auch zum Schweinebraten Klöße und Apfel-Rotkohl“, sagt Heribert Werden. „Auch Salzkartoffeln oder Kartoffel-Gratin sind sehr beliebt.“ Der Chefkoch ist sich nicht zu schade, seiner Familie am Heiligen Abend Würstchen mit Kartoffelsalat zu servieren. „Ebenfalls ein traditionelles Gericht. Ich selber kenne es noch aus meiner Kinderzeit. Und es erfreut sich auch heute noch in meiner Familie allerhöchster Beliebtheit“, sagt er.

„Früher galt es ja eher als Arme-Leute-Essen.“ Das hatte seinen Grund. Denn während Schweinebraten nur bei wohlhabenden Familien auf den Festtagstisch kam, konnten sich die einfachen Leute nur Blutwürste leisten. Diese wurden auch Mettenwürste genannt, weil sie erst nach der Mitternachtsmesse gegessen wurden – wegen der adventlichen Fastenzeit, die erst zur Mitternachtsstunde endete. Die heute gängigen Frankfurter oder Wiener Würstchen gab es erst viel später.

Fondue oder Raclette sind weniger traditionelle Weihnachtsessen, aber in unserer Zeit immer beliebter. Hirten und Bergbauern mussten in vergangenen Zeiten auf Lebensmittel zurückgreifen, die sie hatten. Und das waren vor allem Ziegenmilch und der daraus hergestellt Käse. So köchelten bereits vor Jahrhunderten Käsefondues über den Feuerstellen der Berghütten.

Dass Fondue oder Raclette bei uns so beliebt sind, hat einen einleuchtenden Grund: Wie unsere Vorfahren versammeln wir uns gern um eine Feuerstelle, erzählen und schmausen dabei. Das kann Stunden dauern und ist urgemütlich.

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