Zum artenreichen Mischwald umwandeln

Von: ehg
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Holzwirtschaft im Würselener
Holzwirtschaft im Würselener Wald: Die vorgelegte Planung sieht einen Holzeinschlag von 1180 Festmetern vor. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Der Ausschuss für Technik, Gebäude und Flächenmanagement hat den von Revierförsterin Susanne Gohde vorgelegten Forstwirtschaftsplan für 2012 „abgesegnet”.

Dabei attestierte ihr der Vorsitzende des Ausschusses, Hans Göbbels: „Sie leisten eine hervorragende Arbeit.” Für die Bündnisgrünen schloss sich Bernd Parschmann an: „Bei Ihnen ist unser Wald in guten Händen.”

Ein Dorn im Auge war seinem Fraktionskollegen Dr. Ansgar Klein, dass immer noch Geld in die Hand genommen werden müsse, um den wilden Müll zu beseitigen. Auf seine Rückfrage bestätigte die Försterin, dass der meiste Müll auf den Parkplätzen hinterlassen werde. Wie diesem Übel Einhalt geboten werden könne, darauf wusste sie auch keine schlüssige Antwort. Mehr als ein Appell an die Bürger, mit dem Wald pfleglich umzugehen, sei - leider - nicht drin.

Sturmschäden

Wie die Försterin darlegte, führten im abgelaufenen Planungszeitraum mehrere Sturmereignisse zu erhöhten Holzeinschlagzahlen gegenüber den veranschlagten Hiebsätzen. Die Mehrnutzung gegenüber der Planung sei vor allem durch die erforderliche Windwurfaufbereitung bei der Fichte zu begründen. Durch den hohen Anteil an Räumarbeiten hätten auch andere geplante Maßnahmen zurückgestellt werden müssen.

Somit ergeben sich die für das Forstwirtschaftsjahr 2012 geplanten Maßnahmen überwiegend aus den Restarbeiten des abgelaufenen Betriebsplanes. Gohde: „Insgesamt bestehen seitens des Regionalforstamtes keine Bedenken, den Würselener Stadtwald in der Übergangszeit nach der bewährten Praxis und den Grundsätzen des abgelaufenen Betriebsplanes weiter zu bewirtschaften.”

Die vorgelegte Planung sieht einen Holzeinschlag von 1180 Festmetern vor. Zur Schonung von Waldböden und Waldbeständen werden die Holzrückarbeiten mit modernsten Forstmaschinen vorgenommen, die möglichst bei trockener Witterung eingesetzt werden. Für den Würselener Wald strebt Susanne Gohde einen strukturreichen, naturgemäßen und ökonomisch ausrichteten Waldbau an.

Dabei sollen krisengeschädigte Waldbestände in artenreiche Mischwälder umgewandelt werden. Bei dieser naturgemäßen Bewirtschaftung werden die von den forstlichen Versuchsanstalten aktuell erarbeiteten Erkenntnisse hinsichtlich veränderter Standortbestimmung Berücksichtigung finden.

Bis zum Frühjahr 2012 sieht der Plan Pflanzungen von 10.800 Stück Laubholz und 50 Stück Nadelholz vor. Im laufenden Jahr waren es 10.660 Stück Laubholz und 55 Stück Nadelbäume. Der Schwerpunkt der Pflanzmaßnahmen liegt im Bereich der Wiederaufforstung und Nachbesserungen der „Xynthia”-Windwurfschäden mit Rotbuche und Traubeneiche.

Der biologisch-technischen Schädlingsbekämpfung wird im Jahr eines Sturms in ganz besonderem Umfang Rechnung getragen. So sind im Forstwirtschaftsplan 2012 die Fortführung und Erweiterung des intensiven Vogel- und Fledermausschutzes vorgesehen. Aber auch die Pflege und Erhaltung des Bestandes der Waldameise. Die Bekämpfung der Borkenkäfer an der Fichte wird durch Fangholzhaufen fortgeführt.

Aufwendungen zum Schutz der Forstpflanzen gegen Wildverbiss sind - so die Försterin - nur in sehr geringem Umfang erforderlich. Im Bereich Wege beinhalten die Planungen für 2012 die Instandsetzung von Deckschichten und die Beseitigung von Schlaglöchern auf den Parkplätzen. Zusätzlich muss ein Wanderweg, der durch den Abtransport beschädigt wurde, instandgesetzt werden.

Von den geplanten Maßnahmen werden bis auf das Holzrücken, die Flächenräumung und die Verkehrssicherungsmaßnahmen am Baumbestand alle Arbeiten von den bei der Stadt beschäftigten Forstwirten ausgeführt. Auch im laufenden Jahr wurde der Ansatz für Holzverkauf zum Stand 30. September 2011 bereits um mehr als 95.000 Euro überschritten. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde in 2011, was vom Ausschuss begrüßt wurde, groß geschrieben.

An Waldführungen und Vortragsveranstaltungen nahmen insgesamt 482 Personen, 378 aus Schulen und Kindergärten sowie 104 Erwachsene. Am 26. Februar fand das schon traditionelle Weidenrutenschneiden mit der Waldjugend und weiteren Interessierten statt. Am 31. März wurde der Baum des Jahres, die Elsbeere, mit der Waldjugend an der Gasverdichterstation Stolberg gepflanzt. Eine Pflanzaktion mit dem Baum des Jahres 2012 wird auch in neuen Wirtschaftsjahr stattfinden.

Am 29. Oktober 2011 wird der 2. Würselener Waldtag in Gemeinschaft mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Würselener Waldjugend veranstaltet. Eine Heiligabend-Wanderung findet am 24. Dezember mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald um 15 Uhr statt.

2. Würselener Waldtag am Forsthaus Schwarzenbruch am Samstag

Zum Internationalen Jahr der Wälder veranstalten der Forstbetrieb der Stadt Würselen unter der Leitung von Försterin Susanne Gohde (Bild) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) am Forsthaus Schwarzenbruch, zwischen Verlautenheide und Stolberg-Atsch (L 23), am Samstag, 29. Oktober, von 11 Uhr bis 16.30 Uhr erneut einen Waldtag. Zahlreiche Aussteller werden zum Thema Wald und Natur viele und spannende Informationen für Jung und Alt zusammenstellen.

Eine Greifvogelschau, einen Nistkasten für den Garten bauen oder einem Imker bei der Arbeit zusehen, sowie ein Rückepferd bestaunen und auf einem Niederseilparcours zwischen den Bäumen sein Geschick testen - alles das kann man erleben am 2. Würselener Waldtag.

Um einen guten Überblick zum Thema Wald zu bekommen und das Gefüge zwischen Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt kennen zu lernen, steht das Waldmobil offen. Dort wird erklärt, wie der Wald und das „Drumherum” funktionieren.

Für das leibliche Wohl sorgt die Waldjugend, „Horst Würselen”. Die Waldjugend ist stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern und freut sich über jeden Gast in der Gruppenstunde freitags ab 16 Uhr im Haus der Waldjugend am Forsthaus Schwarzenbruch.

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