Alsdorf - Zukunft von Alsdorfer Kirchen ist noch ungewiss

Zukunft von Alsdorfer Kirchen ist noch ungewiss

Von: mabie
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Die Kirchen Herz Jesu in Kellersberg wird nicht mehr vom Bistum Aachen bezuschusst. Foto: Markus Bienwald
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Ebenso ergeht es der Kirche St. Mariä Heimsuchung. Foto: Markus Bienwald
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Auch um die Kirche St. Barbara in der Broicher Siedlung geht es.
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Die Kirche St. Josef in Alsdorf-Ost ist ebenfalls betroffen.

Alsdorf. Schon am vergangenen Wochenende wussten alle Gottesdienstbesucher der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) in Alsdorf, welche Auswirkungen das „Kirchliche Immobilienmanagement“ (KIM) haben wird. Nun stellten Pfarrer Konrad Dreeßen und die Gremien der in der GdG organisierten elf Pfarreirats- und GdG-Ratsvertreter die Ergebnisse auch der allgemeinen Öffentlichkeit vor.

Um das vorgegebene Einsparziel zu erreichen, war es neben vielen kleineren Maßnahmen nötig, vier der elf Kirchen auf dem GdG-Gebiet aus der Bezuschussung durch das Bistum zu nehmen. Betroffen sind die Stadtteile Ost mit St. Josef, Kellersberg mit Herz Jesu, Schaufenberg mit Maria Heimsuchung und Sankt Barbara in der Broicher Siedlung.

Alle anderen sieben Kirchen bleiben in der Bezuschussung des Bistums, zudem bleibt die Schlüsselzuweisung des Bistums für den Betrieb der Gebäude davon unberührt. „So finden weiterhin alle elf Kirchen der GdG Alsdorf Berücksichtigung“, betont Frank Gusig, stellvertretender GdG-Ratsvorsitzender.

Als durchweg positiv wurden die Begleitung und die Moderation des KIM-Prozesses empfunden, bei dem vom Bistum eine Einsparung von 33 Prozent der Kosten für die Instandhaltung sämtlicher pastoral genutzter Gebäude, also Kirchen, Kapellen, Pfarrheime, Gemeindebüros und Pfarrhäuser als Ziel vorgegeben war.

Überlegungen folgen

Zwar war die GdG Alsdorf unter den letzten Gemeinden im Bistum, die KIM nun durch ihre Planung vorläufig abschlossen. „Natürlich hatten viele unserer Gläubigen große Angst, dass etwas wegfällt, dass kein pfarrliches Leben mehr da ist“, berichtet GdG-Ratsvorsitzender Walter Kahn.

Da der Prozess aber nicht nur von Anfang an durch das Bistum begleitet wurde, sondern die Gemeindemitglieder immer aktuell über den Sachstand informiert wurden, habe es letztlich aber keine unüberwindbaren Probleme gegeben, das Alsdorfer KIM-Konzept mit einheitlicher Stimme abzusegnen.

„Bei unseren Überlegungen haben wir von Anfang an keinen Verdacht aufkommen lassen, Kirchen oder Pfarrheime würden einfach abgeschlossen“, ergänzt Frank Gusig. Dazu haben sich die zuständigen Gremiumsmitglieder immer von den Notwendigkeiten vor Ort und weniger von den bloßen Zahlen leiten lassen.

Dabei wollen die Vertreter der katholischen Kirche im Raum Alsdorf das vorgelegte Konzept, das – auf Nachfrage unserer Zeitung – ganz bewusst auf die Nennung einzelner Beträge verzichtet, aber nicht als abschließendes Statement in Sachen KIM verstanden wissen. „Wir müssen nun überlegen, wie wir mit den Gebäuden umgehen: ob wir sie selbst tragen können, ob wir anderweitig finanzieren können, oder, ob ein Verkauf nicht auszuschließen ist“, so Walter Kahn.

Das passt zu dem Eindruck, dass der Zwang zur Umsetzung der KIM-Vorgaben in Alsdorf nicht – wie es wohl bei der Zusammenlegung von Gemeinden in früheren Jahren empfunden wurde – als rein negative Last gesehen wird. Vielmehr scheint es so, dass die GdG dadurch zu einer zeitgemäßen Einschätzung der Nutzung von Einrichtungen bewegt wurde. „Wir müssen uns als GdG der geänderten Realität stellen und KIM als Betrachtungselement aller kirchlichen Einrichtungen auffassen“, sagt Gusig dazu.

Im Falle der Mariadorfer Kirche entpuppte sich KIM sogar als Glücksfall. Denn diese Kirche war das letzte zu prüfende Gotteshaus, und bei der Begehung wurden vom Statiker schwere Schäden am Dachstuhl festgestellt, die wohl ohne zwingend notwendige Begehung nicht aufgefallen wären.

So bleibt es beim Fazit von Pastoralreferentin Bärbel Schumacher: „Die Leute sehen es realistisch, wir sind nicht angefeindet worden“. Für Pfarrer Konrad Dreeßen steht am vorläufigen Ende von KIM in Alsdorf aber auch fest, dass er sehr froh über die Arbeit der Gemeindevertreter in der GdG ist. „Schließlich bin ich nicht Pastor geworden, um die Gebäude zu bewerten“, sagte er.

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