„Zukunft im Dialog”: SPD will mit Bürgern planen

Von: Georg Pinzek
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Das Provisorium provoziert viele Verkehrsteilnehmer: Bei der Realisierung einer dauerhaften Lösung für die Verkehrsführung rund um die „Sebastianusinsel” will die SPD jetzt Tempo machen. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Wahlkampf ist an diesen Sommerabenden eine schweißtreibende Angelegenheit: Proppenvoll war der kleine Saal der Gaststätte Kolberg in Bardenberg an der Dorfstraße.

Der SPD-Stadtverband Würselen hatte eingeladen zur Fortsetzung der Gesprächsreihe „Zukunft im Dialog”: Was die Sozialdemokraten in der Düvelstadt unter „behutsamer Stadtentwicklung” verstehen, sollte konkretisiert werden.

Erfreut über die Resonanz zeigten sich die Podiumsteilnehmer: Bürgermeisterkandidat Arno Nelles, die Vize-Stadtverbandsvorsitzenden Eva-Marie Voigt-Küppers und Peter Ortmanns, Unterbezirkssprecher Christoph Küppers, Heinz Viehoff, der Vorsitzende des Bardenberger Ortsvereins, sowie Moderator Manfred Zitzen, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft.

Tangiert alle Lebensbereiche

Dass Stadtentwicklung eben nicht nur Markt und andere zentrale Areale tangiert, sondern von Linden-Neusen bis Pley alle Ortsteile betrifft, das wollte die SPD besonders stark unterstrichen wissen. Und obendrein sei für alle Lebensbereiche (Schule, Kultur, Wirtschaft...) Stadtentwicklung von enormer Bedeutung, hob Manfred Zitzen hervor.

Dass darunter mehr als nur das Aufstellen und Ändern von Bebauungsplänen zu verstehen sei, machte Christoph Küppers in einem Impulsreferat deutlich. Er bilanzierte, dass längst nicht alle Projekte, die in den vergangenen Jahren das Stadtbild verändert haben, auf Zustimmung bei den SPD gestoßen seien.

Aber mit Eintritt in die große Koalition habe man sich Verantwortung stellen müssen, um wichtige Baustellen zu schließen. Lediglich beim Kalkhaldenpark sei des den Sozialdemokraten gelungen, eine abgespeckte Realisierung durchzusetzen. Stärker als je zuvor wolle die SPD „die Menschen als motivierte Partner vor Ort so früh wie möglich in die Planung einzubeziehen”.

Die größten Projekte wie das Baugebiet Mauerfeldchen für bis zu 800 Einwohner und das Gewerbegebiet Merzbrück wurden dabei zur Nagelprobe erklärt. Auch der Stärkung des Einzelhandels sowohl im Zentrum als auch in den Nebenzentren solle künftig mehr Bedeutung beigemessen werden.

„Was heißt das Konkret?”

Bei der anschließenden Diskussion meldete sich Alt-Bürgermeister Wolfgang Peltzer zu Wort: „Die allgemeinen Aussagen sind ja schön und gut. Aber was heißt das Konkret? Was wollt Ihr zum Beispiel mit dem Markt machen?”

Dass die Situation dort unerträglich sei, daraus machte Arno Nelles keinen Hehl: „Bislang haben wir uns trotz vieler Kompromisse in der Koalition auf keine einheitliche Vorgehensweise einigen können. Fest steht, dass die von Reicher & Haase konzipierten Markthäuser seit 2004 in der Stadt keine Mehrheit mehr haben.

In Kooperation mit der Pfarrgemeinde St. Sebastian muss eine vernünftige Planung aus einem Guss her. Wir müssen weg von Projekten, die uns viel Geld kosten. Dass trotz mehrfacher Aufforderungen des Rats die Entlastung des Markts und der Kaiserstraße vom Druchgangsverkehr nicht weiter verfolgt wurde, ist ein Unding. Der neue Technische Beigeordnete Till von Hoegen arbeitet mit Hochdruck an einem endgültigen Verkehrskonzept für die Innenstadt.”

Eva-Marie Voigt-Küppers machte überdies klar, dass dies die Kernbotschaft der „behutsamen Stadtentwicklung” nach Vorstellung der SPD sei: „Wir sagen nicht, wir haben die Lösung parat, entweder ihr stimmt zu oder ihr müsst jemand anderen wählen. Wir wollen Konzepte im Dialog mit den Bürgern entwickeln. Auch damit möchten wir der Politikverdrossenheit entschlossen entgegenwirken.”
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