Zuhörer stimmen sich auf kaum Bekanntes ein

Von: clg
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Mit einem klassischen Konzert begann das Würselener Kulturforum das neue Jahr. Es spielte das Ensemble „Camerata Aachen”. Die Texte sprachen Dietrich Hoppe und Christa Ross.

Würselen. In die Zeit des Barock entführte das Dreikönigskonzert des Würselener Kulturforums (KuFo). Parallel zum Dreißigjährigen Krieg in Deutschland entstanden nicht nur prächtige Bauwerke, sondern ebenso fulminante musikalische Werke.

In dem KuFo-Konzert kamen aber weniger die großen deutschen Meister des Barock wie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel zu Wort. Vielmehr bot das mit fünf professionellen Musikern besetzte Ensemble „Camerata Aachen” Werke von überwiegend französischen Komponisten dar, die den recht zahlreichen Zuhörern eher unbekannt waren. Sie zählen, so KuFo-Vorsitzender Günter Kölling, zu den ambitionierten Musikern, die deren Kompositionen der Nachwelt erhalten und sie neu interpretieren.

Seit 2005 arbeiten Susanne van der Helm (Bockflöte), Bettina Herbst (Traversflöte), Friedrike Krost-Lutzker (Traversflöte) und Katja Dalainski (Viola da Gamba) sowie Harald Lochter (Cembalo) als festes Ensemble zusammen. Sie spielen auf Kopien historischer Instrumente und haben sich ein farbenprächtiges Repertoire aus der Barockzeit erarbeitet.

Bei der versierten Wiedergabe der verschiedenen Kompositionen nutzten die Musiker die vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch die unterschiedlichen solistischen Besetzungen der Instrumente ergeben.

Konzertante Konkurrenz

Der Wechsel der beiden Instrumentengruppen Blockflöte und Traversflöte und deren Kombination, das Spiel um diese Schnittstelle herum bildet die Basis für das ungewöhnliche Repertoire des Ensembles. Das eine Mal traten die Instrumente in „friedlicher Koexistenz” heiter miteinander in Erscheinung. Das andere Mal traten sie in eine Art konzertanter Konkurrenz zueinander auf.

Eine Kostprobe boten die Mitglieder des Ensembles „Camerata Aachen”, die aus Aachen, Düsseldorf, Köln und Sittard (NL) kommen, in ihrer fünfköpfigen Besetzung etwa mit dem „Concerto in D-Dur” des französischen Komponisten Michel Corrette.

Die Traversflöten setzten sich bei der „Sonate in G-Dur” von Johann Jacob Brand prächtig in Szene, subtil untermalt durch die Viola da Gamba und das Cello. Nicht nur die Flötistinnen, sondern auch die beiden anderen Musiker stellten ihre Virtuosität in den verschiedenen Darbietungen unter Beweis. Ihre Spielfreude entfalteten die Flötistinnen bei der „Sonate A-Dur” in vier Sätzen des Franzosen Joseph Bodin De Boismortier.

Umrahmt wurden die anspruchsvollen Darbietungen durch ebenso anspruchsvolle Literatur aus dieser Zeitepoche. Zu Wort kommen ließen die KuFo-Mitglieder Christa Ross und Dietrich Hoppe die Dichter Paul Fleming, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, Andreas Gryphius, Philipp von Zesen und Martin Opitz mit Texten, in denen sie mal heiter, mal besinnlich ihre Sicht der Welt zum Ausdruck bringen.

Das KuFo lädt ein zu einem Besuch des neuen Magritte-Museums in Brüssel, der am Wochenende, 20. und 21. Juni, auf dem Programm steht. Anmeldung unter 02406/93564.

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