„Zufuß-Busse” auf Prüfstand

Von: ehg
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Würselen. Der Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines „Zufuß-Busses” für Würselener Schulen stand auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bildung.

Er beinhaltet, dass Schüler von festgelegten Haltepunkten von Begleitern zur Schule gebracht werden. Er sollte - so die SPD-Fraktion - modellhaft für noch zu bestimmende Schulen in der Innenstadt und danach auch für alle Schulen eingeführt werden.

Zur Begründung einer solchen Maßnahme führte SPD-Sprecher Ulf Dreßen aus, dass immer wieder sowohl von Ärzten als auch von Pädagogen beklagt werde, dass sich Kinder und Jugendliche nicht ausreichend bewegten und zudem die Möglichkeiten, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben, stark eingeschränkt seien. Dreßen: „Dies führt bei unseren jungen Menschen zu Übergewicht und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen.” Der „Zufuß-Bus” biete den Schülern Gelegenheit, sich schon vor Schulbeginn in der Gemeinschaft mit anderen an der Luft zu bewegen. Auf den Nachhauseweg könnten sie zudem ihren Schulalltag mit Klassenkameraden besprechen, Frust ablassen und Abstand von der Schule gewinnen. Der durch Eltern verursachte Verkehr vor den Schulen nehme ab, so dass auch die Luftverschmutzung eingeschränkt werde. Dreßen: „Ein erfolgreich genutzter „Zufuß-Bus” ist nicht nur ein Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit unserer Kinder, sondern auch ein ökonomischer und ökologischer Gewinn.”

Dass die Verwaltung die Umsetzung einer solchen Maßnahme prüfen solle, dagegen hatte CDU-Sprecherin Martin Offermanns nichts einzuwenden. Sie erinnerte daran, dass viele Eltern in der Vergangenheit auf privater Ebene bereits aktiv geworden sein. Von einem löblichen Anliegen sprach UWG-Fraktionsvorsitzender Walter Quadflieg. Er verband damit die Hoffnung, dass bei den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, ein Sinneswandel eintritt. Aber es seien Fragen über Fragen noch zu klären. Dass ein „Zufuß-Bus” nicht so leicht zu realisieren sei, darin pflichtete ihm die Rektorin der Sebastianus-Schule, Adelheid Fröhlich, bei. Sammelstellen seien sehr schwierig einzurichten, wusste sie aus eigener Erfahrung zu berichten. Mit Christa Ross, der Leiterin der Grundschule Bardenberg, waren sich alle im Ausschuss einig, dass die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, die Schulkinder am meisten gefährden. Auch sie forderte bei ihnen einen Sinneswandel.

Was den SPD-Antrag anbetrifft, ist die Verwaltung jetzt am Zuge. Sie soll bis zur nächsten Ausschusssitzung gemeinsam mit den Schulen prüfen, inwieweit Möglichkeiten bestehen, „Zufuß-Busse” zu realisieren.
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