Zoff um Kosten der Grünen Tonne in Alsdorf

Von: bea
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Brot, Birnen, Bananenschalen - eigentlich alles ein Fall für die Biotonne. In Alsdorf bald nur noch für die Restmülltonne? Foto: zva

Alsdorf. Verwundert war SPD-Fraktionschef Gustl Rinkens, als er die AZ aufschlug: Kam ihm doch die Biotonnen-Wirtschaftlichkeitsberechnung von FWA-Fraktionschef Dietmar Brühl sehr bekannt vor.

Denn „seit gut einer Woche”, wie er erläutert, habe er just dasselbe Zahlenspiel in Form des Flugblatts „Lohnt sich die Biotonne noch?!” in seinem Verteiler an die Wähler in seinem Wahlkreis. Er selbst, so bekennt er darin, habe die Biotonne „umgehend” abbestellt und entsorge den „grünen Abfall” nun per Restmülltonne.

Auch die Grünen wollen die Aussagen des FWA-Fraktionsvorsitzenden Dietmar Brühl zur Biotonne nicht unkommentiert stehen lassen, aus anderem Grunde: Fraktionssprecher Horst-Dieter Heidenreich merkt zunächst an: „In zwei Punkten hat Herr Brühl recht: Acht vorgeschriebene Mindestleerungen für die Restmülltonne sind für so manchen kleinen Haushalt in Alsdorf zu viel - und die Biotonne ist überteuert! Trotz generell auf alle 14 Tage reduziertem Leerungsintervall kostet sie doppelt so viel wie in den Nachbarstädten, nämlich stolze 60 Euro.

Beides hatten wir Grünen bei der Gebührendiskussion im Dezember angeprangert. Mit unserem Antrag, die Biotonnengebühr deutlich herabzusetzen, blieben wir im Rat allerdings alleine.”

Die implizite Aufforderung Brühls an die Bürger, die Biotonne abzubestellen und den Grünabfall stattdessen in die graue Tonne zu werfen, sei aber „ebenso fahrlässig wie ökologisch unsinnig: Zum einen würde die Anzahl der Leerungen der Restmülltonne stark ansteigen - da kommen in vielen Haushalten schnell zusätzliche 60 Euro zusammen”, rechnet Heidenreich: „Und wer macht sich schon die Mühe, immer wieder mit seinem Grünschnitt zum öffentlichen Grüncontainer zu laufen - besonders von unseren älteren Mitbürgern?” Zum anderen widerspreche dies auch der „politisch und abfallrechtlich allgemein anerkannten Regel, dass kompostierbare Abfälle nichts in der grauen Tonne zu suchen haben und wiederverwertet werden sollen”.

„Merkwürdig” sei, dass gerade die FWA mit dem Vorschlag komme, die Biotonne abzuschaffen: „Noch in der letzten Wahlperiode wollte dieselbe Vereinigung jedem Haushalt per Bürgerbegehren zwangsweise die grüne Tonne vor die Haustür stellen - auch denjenigen, die sie wegen Eigenkompostierung gar nicht brauchen.” Heidenreichs Fazit: „Anstatt solche unausgegorenen Vorschläge zu unterbreiten und Forderungen aufzustellen, sollten Dietmar Brühl und Co. sich lieber mit uns Grünen dafür einsetzen, dass die Biotonne wieder attraktiver wird: Dazu müssen in erster Linie die Gebühren deutlich gesenkt werden!”
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