Baesweiler - Zitterpartie für ein Stipendium: Bringt das Internet Lisa in die USA?

Zitterpartie für ein Stipendium: Bringt das Internet Lisa in die USA?

Von: Stefan Schaum
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Jeder Klick zählt: Bei ihren Drums und natürlich auch im Internet, denn da sammelt Lisa Esser fleißig Stimmen bei einem Voting, das ihr ein Stipendium für eine High School in den USA bringen soll. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Am Durchhaltevermögen sollte es bei Lisa nicht scheitern, schließlich sind Langstrecken ihr Ding. Als Schwimmerin wird sie erst bei Wettkämpfen ab 200 Metern warm. Langen Atem braucht sie jetzt auch abseits des Beckens. Lisa Esser will nämlich in die USA. Doch alleine wird sie das wohl nicht packen.

Aus dem Traum vom Austauschjahr an einer High School wird nur dann was, wenn ganz viele sie unterstützen. Per Mausklick – denn der Weg zu einem Stipendium führt für die 14-Jährige übers Internet.

„Ein Austauschjahr reizt mich schon seit längerem“, sagt sie. Bloß darf das nicht viel kosten. „Wir können ihr den Aufenthalt nicht bezahlen“, sagt ihre Mutter Elke Esser. Schweren Herzens, denn Verständnis für den Wunsch der Tochter hat sie ja. Auch wenn es ihr schwerfallen würde, das Kind so lange nicht um sich zu wissen.

Zwar gibt es Möglichkeiten, für kleines Geld ein Auslandsjahr zu machen – etwa im Parlamentarischen Patenschaftsprogramm des Bundestages, für das Lisa sich auch beworben hat –, aber die sind rar gesät. Deshalb hofft sie nun auf ihre Chance bei der Kölner „Into GmbH“. Die organisiert professionell Austauschjahre – und verlost auch drei Stipendien. Die Bedingung ist so einfach wie verzwickt: Wer im Lauf des Jahres die meisten Stimmen im Internet sammelt, bekommt Flugticket und Gastfamilie gratis! Für die Teilnehmer ist es vor allem eine Zitterpartie. Mehr als fleißig für sich trommeln können sie ja nicht. Und wer am Ende zu wenig Klicks hat, hat das Nachsehen – und dürfte entsprechend traurig sein.

Lisa stört das nicht. Sie lässt sich ein auf dieses Spiel – und setzt auf Sieg. Einen dreiminütigen Videoclip hat die Beggendorferin mit einem Freund gedreht. Der ist sozusagen ihre Visitenkarte. Der Film zeigt sie im Schwimmbecken, in dem sie Kindern das Schwimmen beibringt. Auch als Schlagzeugerin präsentiert sie sich und mit ihrem geliebten Zwergschnautzer-Mischling „Spike“. Den Hund würde sie wohl sehr vermissen, wenn sie am Ende ein Ticket ergattert. Schlecht sieht es damit gar nicht mal aus. 26 Bewerber sind im Rennen, die ersten drei punkten – und sie steht momentan auf Platz vier.

Warum nicht Colorado?

Wo sie am liebsten landen würde? „Arizona oder Colorado – die Weite dort reizt mich“. Worauf sie sich besonders freuen würde? „Auf den School-Spirit – an amerikanischen Schulen gibt es viele Angebote, die auch das Wir-Gefühl stärken“, sagt Lisa, die selbst das St.-Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen besucht. Über ihr Vorbild spricht sie im Clip auch: Michael Phelps, Schwimmstar, Amerikaner – das passt. „Der hat sich seinen Traum vom großen Erfolg erfüllt.“ Sie will das auch. Und wenn es doch nicht klappt? Das wird sie schon wegstecken, sagt sie. „Und dann versuche ich es im kommenden Jahr einfach noch einmal.“ Den langen Atem hat sie ja.

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