Zirkusshow „Mother Africa” begeistert erneut das Publikum

Von: pt
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Jetzt bloß nicht wackeln: Akrobatik mit schweren Tontöpfen gehörte auch zur Show. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Rohe Kraft, bezaubernde Anmut und grazile Eleganz, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Exotik und Erotik: All dies gab es in der beinahe ausverkauften Alsdorfer Stadthalle bei der Show „Mother Africa”.

Der aus Simbabwe stammende Künstler Winson Ruddle hatte sich seinen Zirkustraum vor sechs Jahren erfüllt: Die Gründung eines afrikanischen Zirkus´, eines in jeder Hinsicht beindruckenden „Zirkus der Sinne”.

Dieser in Tansania beheimatete Zirkus vermittelte beim wiederholten Gastspiel in Alsdorf eine schöne Botschaft: Afrika ist weit mehr als ein krisen-, bürgerkriegs- und hungergeschüttelter Kontinent. Afrika steht für Farbe, Rhythmus und Lebensfreude, wie sie uns im rationalistischen Europa oft abhanden gekommen ist.

Exotische Tänze

Der Magie der afrikanischen Akrobaten, Jongleure und Tänze konnte sich jedenfalls in der Stadthalle niemand entziehen. Afrika war für einen Abend lang ganz, ganz nah: Trommelwirbel, exotische Tänze, waghalsige Verrenkungen, Akrobatik auf höchstem Niveau. Es verschlug den begeisterten Zuschauern schier den Atem ob der grandiosen Körperbeherrschung in extremen Posen und Figuren.

So hatte man Teil an den urwüchsigen, Natur und Gottheiten beschwörenden afrikanischen Traditionen von Fest und Feier. „Mother Africa” stand auch für den Einklang von Mensch und Natur in Afrika, die Erde wird - ähnlich wie bei den Indianern - als lebensspendende Mutter verehrt und hymnisch gefeiert.

Überraschende Erkenntnisse

Den größten Beifall des Abends heimste wohl Lazaraus Gitu Mwangi ein, der seinem Namen als „gelenkigster Mann der Welt” alle Ehre machte. Es gab viele überraschende Erkenntnisse für das gebannte Publikum.

Zum Beispiel, dass nicht nur in Irland und am Broadway gesteppt wird, sondern das dies auch eine alte südafrikanische Tradition ist. Oder, dass sich Haushaltsgeräte und Möbel auch gut zum Jonglieren eignen, wie fünf hübsche Äthiopierinnen bewiesen.

Apropos Äthiopien: Mit ihrem Auftritt unterstützten die Künstler von „Mother Africa” - und damit auch die Stadthallen-Besucher - Bildungsprojekte in Äthiopien im Rahmen der Aktion „Menschen für Menschen” unter der Schirmherrschaft des bekannten Schauspielers Karlheinz Böhm. Damit nicht nur Zirkus-Besucher, sondern auch Kinder in Afrika wieder Grund zum Träumen haben: von einer besseren Zukunft auf dem Kontinent von „Mother Africa”.
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