Herzogenrath - Zirkus Amany bezieht trockenes Quartier

Zirkus Amany bezieht trockenes Quartier

Von: Beatrix Oprée
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Freude über eine gute Lösung: Rodas Vize-Bürgermeisterin Anne Fink (2.v.l.) und die Alsdorfer Grünen-Ratsfrau Beatrix Schongen (r.) mit Zirkuschef Ludwig Neigert, dessen Tochter Bianca und Enkelin Summer. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. „Jetzt leben wir auf!” Ludwig Neigert, Chef des jungen „Circus Amany”, ist erleichtert. Nun kam endlich die erlösende Entscheidung: Die Truppe durfte mit Kind und Kegel auf den Kirmesplatz an der Comeniusstraße umziehen.

Wie berichtet, hatte der Zirkus nicht mehr länger auf dem angemieteten unbefestigten und eigentlich zu kleinen Platz an der Nordstraße bleiben können, gab es diverse Bemühungen, eine probatere Möglichkeit für die 16-köpfige Familie zu finden. „Wir hielten die Unterbringung der Familien in einer Unterkunft für die beste Lösung”, sagt Bürgermeister Christoph von den Driesch.

Das Problem dabei hatte Ludwig Neigert geschildert: „Wenn wir in eine Unterkunft gehen, wo sollen dann unsere Wagen hin?” Denn: Werden die Wohnwagen bei der Eiseskälte nicht mehr geheizt, frieren die Leitungen ein und bersten. (Die Wasserzuleitung zum Toilettenwagen hat bereits Schaden genommen, nun werden Ersatzteile benötigt.)

Eine Halle hatte sich gefunden, die aber weit über 1000 Euro Miete kosten sollte. Ein Teil der Tiere, aber eben nicht alle, hätte auf Vermittlung der Grünen-Ratsfrau Beatrix Schongen im Alsdorfer Tierpark unterkommen können. Für die Ponys, Hühner und Gänse allerdings hätte ein anderes Quartier gefunden werden müssen. „Wir mussten aber jederzeit leicht zu den Tieren gelangen können, da wir ja auf Weihnachtsmärkten unterwegs waren”, sagt der Zirkuschef. Alles, was die Neigerts also „nur” brauchten, war ein befestigter Platz mit Wasser- und Stromanschluss. So gab der Bürgermeister letztlich das Plazet für den Kirmesplatz.

Im März wieder auf Tour

Bedenken, die die Verwaltungsspitze wegen eventueller Verunreinigungen durch Reparaturarbeiten an den Kraftfahrzeugen hatte, möchte Ludwig Neigert entschärfen: Die gebraucht gekaufte Zugmaschine sei mittlerweile in einer Werkstatt in Mönchengladbach instand gesetzt und durch den TÜV gebracht worden. Im März soll es wieder auf Tour gehen.

Unzählige Briefe werden die Neigerts wie jeden Winter wieder an Städte und Gemeinden verschicken - Anträge zur Nutzung kommunaler Plätze für ihre Vorstellungen. „Auf hundert Anträge bekomme ich vielleicht drei positive Antworten, ansonsten werden uns die Jahre 2016 und später in Aussicht gestellt...”, verdeutlicht der Zirkuschef ein Grundsatzproblem. „Deswegen geht es den Zirkussen im Winter so dreckig.”

Unermüdlich sind er und seine Frau daher unterwegs, um private Plätze für ihre Gastspiele zu finden. Dennoch ist er überzeugt: Für kleine Zirkusbetriebe seien die Überlebensmöglichkeiten höher als für große Unternehmen, weswegen er sich mit seiner Familie vom nun durch seine beiden Brüder geleiteten „Circus Caroli” abgespalten habe.

Auch Ralf Pütz, Teamleiter des Jobcenters der Arge in Herzogenrath, setzt auf die Fortführung des Betriebs, der bis zum Winter immerhin 17 Personen ernährt habe. Und auch die beiden Grünen-Politikerinnen Anne Fink und Beatrix Schongen freuen sich, dass ihre großen Bemühungen im Sinne der Familie von Erfolg gekrönt wurden, die Neigerts „trockenen Fußes” wieder ihren Tagesgeschäften nachgehen können.

Sie betonen, dass die karitative Hilfe auch aus der Bevölkerung die ganze Zeit über sehr gut gewesen sei. Ihnen geht es nun um möglichst gute Perspektiven für den Familienbetrieb, in dem neun Kinder leben. Interkommunal haben sie bereits erste Überlegungen eingeleitet.

Weitere Infos:
Jederzeit stehen die Mitglieder der Amany-Truppe für kleine Gastspiele in Schulen und Kindergärten sowie als Mitmachzirkus bereit. Natürlich sind sie mit Jonglage-Acts auch für Geburtstage und ähnliche festliche Anlässe geeignet. Kontakt: 0157/72539999.
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